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Dienstag, 23. Juni 2015

Was hilft.



Vor Jahren haben wir wirklich stundenlang Papier mit Kreisen gefüllt. Ziel war dabei einfach nur runter kommen und ich glaub es macht auch was Trance mäßiges. War das Papier mit meist kleinsten Kreisen gefüllt, wurden danach die Kreise einzeln ausgemalt. Die Tage haben wir es wieder gemacht, nach langer Zeit. aber nicht auf dem Papier, sondern am Smartphone - durch den Stift, denke ich, hat es genau dieselbe Wirkung.

Was war für uns so anders in der Hilfe durch Mai (und Urs)?
Irgendwie ist es auch eine Lobhudelei geworden, das ist ok. Weil es ist wie es ist und nicht übertrieben oder unangemessen, denk ich.

Wir mussten nie allgemeines Wissen zum Thema DIS vermitteln.

Zu jeder Zeit sind wir gemeint. Werden wir gesehen. Gespiegelt (natürlich nicht andauernd^^). So, dass auch wir Anfangen mehr von uns zu sehen.

Schon zu beginn der Zeit "lieferte" sie uns keine Themen (nie fand ich die Beschreibung"empathische Abstinenz" treffender). Wir haben meist automatisch schnell raus mit welchen Themen wir Menschen dazu bringen sich gut mit uns zu unterhalten, ohne das wir über uns reden müssen . Mit Mai haben wir am Anfang immer wieder viel geschwiegen, weil sie nichts anbot. Es war nie ein langes Schweigen, weil wir das gar nicht aushalten - aber es wurde uns schnell klar, das wir das Thema bestimmen, nicht sie. Wir konnten uns ja auch Entscheiden "über das Wetter" zu reden, wenn es für uns ok gewesen wäre... aber das wollten wir ja gar nicht. Und doch, wir haben oft über "Wetter - Themen" geredet. Manchmal ausgiebig, weil es so sein musste und manchmal wenn es Vermeidungstänze waren, die nicht sein mussten, dann erschöpfte sich das Thema schnell, da sie nicht so richtig mitspielte. Wir mussten ja auch erst einmal selber verstehen was wir da machen. Heute sind auch wir da schon etwas direkter - im zeigen unserer Unsicherheit.

Sie hat eine hohe Auffassungsgabe, Empathie und verknüpft das völlig selbstverständlich mit Wissen. So sehr wir mit Leichtigkeit dissoziieren, assoziiert sie. Dazu das Talent, alles in Worte zu fassen und diese verständlich uns aufs Brot zu schmieren, örgs  nahe zubringen - angepasst auf das, was in dem Moment möglich ist zu verstehen. Nicht müde werdend zu wiederholen ohne uns dabei ein blödes Gefühl zu machen oder dabei rüber zu bringen, das sie uns jetzt doch mal für - ähm - unklug hält.

Ängste werden genau so ernst gewichtet, wie Kekskunde (ihr wisst, Forschungen: wie viele Sekunde dauert es, bis ein Keks im Kaffee versunken ist und ähnliches)! Sie genießt ihren (angenehmen) Größenwahn, mag Superheld*innen und hat, für unser empfinden, einen wunderguten Humor. Bei all der Leichtigkeit, war es, soweit ich grad weiß, niemals so, dass sie "alles andere" dabei ausgeblendet hat, fliegender Wechsel war jederzeit möglich, wenn er möglich war und genauso Gleichzeitigkeit, ohne das es sich schräg hätte anfühlen müssen. 

Sie verniedlicht nicht und es muss nie irgendwas gut sein, nur weil ja immer was gut sein muss. Sie ist direkt und klar. Total Kritikfähig und flexibel. Letzteres auch in Bezug auf die verschiedenen Medien (verbal, schreiben, malen, mailen, sms, chatten und beamen (- äh, ach ne, das (noch) nicht), um in Kontakt zu kommen oder bleiben.

Sehr verlässlich. Sie kann Situationen/Zustände aussitzen, ohne dabei in Stress zu kommen. Ich glaube, das Einzige wo wir Stress bei ihr wirklich mitbekommen, ist wenn wir stark befahrende Straßen überqueren müssen. Zugegebenermaßen sind wir da nicht immer voll bei der Sache^^. 

Das coole (und anstrengende) ist, dass sie das alles in Alltagssituationen ist und nicht für 50 Minuten in einer Praxis. Wir haben 6 Stunden in der Woche das lässt Raum auf vielen Ebenen, in vielen Situationen.

Wir haben viel gelernt. Wir haben viel gezeigt. Wir haben viel geschafft. In unserem Sein sehr viel. Mit den Maßstäben der Außenwelt... naja, lassen wir das. Es kam ja auch noch eine Menge (Mist) dazwischen - Leben eben.

Unter anderem gelingt es inzwischen ab und an Panik oder ängstliches, stress wahrzunehmen - manchmal auch zu zeigen. Das bewirkt natürlich nicht grad, dass es leichter wird. Aber es macht für mich zumindest deutlich das Verhalten Gründe hat. Nicht nur theoretisch. 

Ich weiß nicht wie oft sie in Situationen beschrieben hat, wie nicht "Viele-Menschen" sind, wahrnehmen, fühlen und denken (soweit man das verallgemeinern kann), was irgendwie oft so ganz anders war und uns schlicht nicht klar war. (Mir fällt leider grad kein Beispiel ein.) Aber es gibt ja oft Situationen, in denen wir uns z.B. fragen, ich habe dieses und jenes gesagt, warum kommt dann das dabei heraus? Oder warum sind Menschen so und so...? Warum funktioniert bei mir dieses und jenes nicht..... Viele Gespräche gab es, die so wichtig waren für jeweilige Innere.

Teils war es schon unheimlich wie Mai und teils Urs in Situationen begriffen haben was ist, bevor mir auch nur annähernd etwas bewusst wurde. Beim Einkaufen, bei Ärzt*innen. Vorher habe ich in Wartezimmern gesessen und wir hatten Stress ohne Ende, den ich nicht mal wahrnehmen konnte. Nicht im Wartezimmer zu warten hätte ich als negativ bewertet. Jetzt sitze ich fast nie in Wartezimmern - der Stress ist weniger - und ich weiß, dass es negativ wäre, wenn ich es tun würde, weil man es eben tut. Also in der tat geht es um völlig banale Alltagssituationen. 

Leider sind wir noch sehr in der Situation, dass wir viel Rückmeldung und Benennung von außen brauchen, um nicht wieder nur zu funktionieren, oder eben das zu tun, was wir denken was man tun muss, um nicht aufzufallen oder diese 5 Millionen Dingse, die sich verselbstständigen, wenn wahrnehmen als zu gefährlich eingestuft wird. 

Wir hätten Mai (und Urs) gerne bitte noch für 5 bis 10 Jahre. 
Wir hätten gerne noch 2 bis mehr solcher Herlfer*innen im Alltag, in therapeutischen und ärztlichen Bereichen.
Eine Klinik, in der so achtsames und professionelles miteinander selbstverständlich wäre, ja, bitte.

Wir würden ja gerne noch ein paar zillionen Microschritte gehen und ganz wirklich vom Überleben zum Leben gelangen. Wir tun da was wir können.

Aber wir brauchen dazu Hilfe. Wir können das nicht alleine. So einfach - so scheiße.

Bitte, Danke.





Mittwoch, 17. Juni 2015

#notjustsad Abschied


Es sind diese Wellen, die eine ins hier und jetzt schleudern.
Ohne Wellen kann ich vieles ausblenden und vergesse fast, das ich Bin.
Mit Wellen weiß ich, fühl ich, sehe ich was Ist und möchte nicht Sein.

Wir werden nie eine Ermutigung für andere von Gewalt Betroffene sein können. Wir dachten aber mal, dass wir genau das wenigstens sein könnten (wollen?). Auch für andere (im Helfer*innensystem) haben wir nur eine geringe Relevanz. Man kann uns nicht vorzeigen, z. B. für gelungene Therapien, für gelungene Inklusion, für "sie wurde zu einem wertvollem Ding der Gesellschaft", "wie schafft sie das nur so tolle Kinder zu haben"- is nich und wir haben auch keinen "Niedlichkeitsfaktor", jung genug für die Rettungsphantasien anderer sind wir auch schon lange nicht mehr. .... Das ist ok. Es ist nur meine_unsere persönliche Katastrophe. Alle können gehen, für Stunden, Tage oder für immer. Ich muss bleiben. Bei uns. Muss finden was oder wer hilft und wissen, das man von uns nicht gerne gefunden wird. Und wenn ich nicht finde, dann dann weil ich nicht hartnäckig genug bin, nicht ausdauernd genug, zu anspruchsvoll und viel zu schnell aufgebe. Lächelnd. Vielleicht brauche ich für das Finden aber auch Hilfe - die ich erst finden müsste. Und ich kann ja noch froh sein, weil ich ja so gute Hilfe (Mai) habe - ich bin aber auch nie zufrieden! Ja. 6 Stunden in der Woche sind viel und trotzdem reicht es nicht. Weil nicht immer alles in geplanter Zeit geht, was gehen müsste. Weil Leben und Kontakt nicht oft so geht, wie es gehen müsste. Ja, all das hier ist unzureichend benannt und verdiente ganze Bücherregale.

Wir haben vorhin wieder eine Absage von einer Therapeutin bekommen. Fast hätte ich weinen können. Kann ich aber auch nicht.

Geholfen in den etwa 2 Jahren ohne Therapie hat uns Mai. Wir haben nie vorher so viel über uns erfahren. Waren uns nie so nah und haben nie vorher wirklich gemerkt, wie weit weg wir von uns sind. Haben nie jemanden so nah lassen - besonders in den schweren Zeiten. Haben durch sie viele micro Schritte gemacht und die Wirkung dieser micro Schritte hat unser Leben nicht wirklich erleichtert und trotzdem fühlte es sich irgendwie richtig an. Wir schreiben dazu (hoffentlich) noch einen Artikel. Wir hatten noch nie so eine Hilfe!

Jetzt wird sie ende des Monats gehen. Das ist so richtig schlimm für uns. Seit wir das wissen, ist es hier sehr "dicht". Ich kann sowas weg machen (dissoziieren), kann einfach so tun, als wäre alles normal und easy. Wobei, ich es ist eher kein gewolltes tun, sondern ein "es geschieht". Ich bin dann nur noch weniger in der Lage zu schlafen. Spüre sehr viel häufiger kein Satt werden oder Hunger, habe mehr mit Allergien zu tun, bin sarkastischer und kann über mich/uns fast gar nicht mehr reden, habe intensiveren Drang zur Selbstverletzung. usw...

Dann sind da die Wellen, mehrmals täglich. Diese Angst. Die Traurigkeit. Verzweiflung. Hoffnungslosigkeit. Manchmal auch Erleichterung, weil geschieht was "uns zusteht". All das und mehr in verschiedenen Intensitäten - mal sehr nah und dann wieder als Echo im Innen.

"Nie wieder..." fängt es Innen oft an zu denken. Nie wieder.

An diesem Text wird schon seit Tagen geschrieben, weil ich schlecht dabei bleiben kann.
Dieser Abschied fühlt sich so sehr existentiell an, dass ich mich einfach nicht traue ihn zu denken, aber es denkt ja in mir, neben mir, hinter mir und es schein unvorstellbar, dass irgendwann wirklich was gut werden kann. Dieses ganz Hilfesystem ist nicht für uns gemacht. Trotzdem sind wir abhängig davon. Ja klar, niemand wird wie Mai sein und dennoch kann es sein das es hilfreich wird. Wir hatten schon wirklich viele Helferinnen in den letzten 12 Jahren. Klar, wenn man Therapeutinnen und Kliniken mit einbezieht dann sind es etwa 30 Jahre. Es waren liebe Menschen dabei, keine Frage, aber wirklich - nie konnte uns jemand so helfen wie Mai. Wir wussten ja auch nicht was wir brauchen. Es ist schwer zu erklären und ich werde bestimmt noch versuchen in einem weiteren Eintrag zu schreiben, was die Hilfe für uns so hilfreich machte.

Jetzt ist es nur schlimm. Und wir sind kein klitzekleines bisschen optimistisch, das wir noch einmal so jemanden finden. Wie sollten wir? Ich weiß nicht wie wir das aushalten werden. Es tut weh.

In ein paar Stunden sitzen wir mit Mai und einer neuen Helferin in der Küche. Ein erstes Kennenlernen und wir werden zu Kaffee und Keksen lächeln.

Vielleicht.






Montag, 27. April 2015

Gesprächig

Hey, wollt ihr nicht mehr bloggen?

Doch, eigentlich schon, aber es ist müßig darüber zu schreiben, dass man nicht schreiben kann.

Naja, aber vielleicht besser als still zu werden und den Zugang ganz zu verlieren? Man liest Euch fast gar nicht mehr im Internet.

Ja, aber ich lese viel im Internet, schaue mir an was andere machen, dann sammel ich alles, wo ich kommentieren möchte oder was ich teilen möchte... irgendwann ist es dann so viel, dass es nicht zu schaffen ist - dazu vergeht Zeit und vieles ist nicht mehr aktuell, wenn man nicht direkt reagiert. Wir löschen und sammeln neu. Sehr produktiv. Sehr kommunikativ. Nicht.

So verläuft es im Sande?

Ja, wie so vieles. Eigentlich ist das typisch für viele Lebensbereiche. Wir machen uns viele Gedanken, aber kommen nicht zum Handeln. Meistens. Auch müßig drüber zu reden.

Resigniert?

Kann man so sagen. Dennoch scheint es immer wieder Anläufe zu geben. Die manchmal nach Sekunden, manchmal nach längerer Zeit wieder vergessen werden. Naja, nicht immer vergessen, jedenfalls nicht ganz oder nicht für immer - sonst würde man ja nicht immer wieder Anläufe machen? Manches wird auch aus anderen Gründen nicht gemacht, welche aber auch meistens weiter im Dunkeln liegen.

Licht machen?

Hahaha...

Tschuldigung. Aber es muss was geben, das hilft... es fehlt ja nach wie vor der Kontakt untereinander, was irgendwie jeden Lösungsversuch ausbremst, weil man erst gar nicht (mehr) weiß wo man ansetzen kann. Ihr sucht ja nach einer Therapeutin - immer mal wieder.

Immer mal wieder, ja. Es ist nicht so wirklich gut auszuhalten, wenn man ständig nur absagen bekommt. Sie sind alle voll oder arbeiten nicht mit DIS. Oder wollen uns nicht und ein oder zwei mal wollten wir nicht mehr, weil z. B. schon am Telefon sehr viel Unfreundlichkeit und Unachtsamkeit uns entgegengebracht wurde. Vielleicht sind unsere Chancen auch eh nicht so hoch, weil wir alt sind, nicht arbeiten und schon soviel vermeintliche Therapien hatten, dass vielleicht eh alle denken werden, das es sinnlos ist uns helfen zu wollen.

Wenn man Therapieerfahrung hat erwarten Menschen etwas anderes, als das was ihr bieten könnt?

Ja, vielleicht. Beim letzten Klinikaufenthalt (tatsächlich ist der schon etwa 8 Jahre her...) war das so. schon bei der Ankunft wurde uns vom Stationsteam mitgeteilt, dass wir ja zum 4. mal da sind und alles schon gut kennen und man dieses mal mehr von uns erwarten würde. Es ging voll in die Hose. Aus vielerlei Gründen. Ja, wir haben viel Therapieerfahrung. Leider. Vielleicht wissen wir auch viel. Aber was heißt das schon? Was nutzen all diese Theorien, wenn man sie nicht umsetzen kann? Oder wenn man sich so anders fühlt, als wie es von einem erwartet wird? Wir waren etwas vertrauter da. Wir dachten es könnte sowas wie ein sicherer Ort sein vielleicht. Aber wir waren auch mehr "wir" und das machte vieles ungleich schwerer. Es machte verletzlicher und wir funktionierten nicht so wie vorher. Konnten aber dennoch nicht weinen und zeigen wie schwer es war und schon gar nicht warum es schwer ist sagen. Um Hilfe bitten funktioniert auch nur, wenn man weiß welche Hilfe man braucht und das man auch darum bitten darf, auch wenn man immer lächelt und nett ist - nach außen. Für uns wäre es manchmal leichter, wenn Worte den selben Stellenwert hätten wie Gefühle zeigen. Naja ... das ist bis heute ein Problem.
Vielleicht hätten wir auch schon eine Therapeutin, wenn wir weinend am Telefon betteln würden, dass es jetzt dringend sein muss. Das tun wir nicht, weil wir das nicht können - wir bedanken uns lächelnd für eine weitere Absage.

:( Und dann verließ auch noch die Kliniktherapeutin die Klinik. 

Ja. Und sie verließ uns noch einmal indem sie nicht auf unsere Mail reagiert. Ein anderes Drama. Es ist ein Risiko, sich auf Menschen einzulassen. Immer. Wir können alles überleben. Aber wie man damit lebt ist etwas ganz anderes. Das haben wir nicht gelernt. In so vielen Bereichen.

Du wirst unruhig. 

Es ist immer schwer zu erzählen, weil das ja nur mini Ausschnitte vom Ganzen sind. Das fällt mir manchmal schwer - es so unvollständig stehen zu lassen. Manchmal macht es auch, dass ich gar nicht erst anfange.

Verstehe. Ihr lasst euch noch auf Menschen ein? Ihr sucht ja auch trotz allem weiter nach einer Therapeutin und sogar an Klinik denkt ihr manchmal. Mai würde vielleicht sagen, weil ihr Leben wollt. 

Mag sein. Wir haben noch nie so wenig mit Menschen zu tun gehabt, wie in den letzten Jahren. Es fällt uns immer schwerer - das Einlassen. Wir haben früher viel mehr gemacht. Waren sicherer in unserem Sosein oder konnten besser so tun als ob. Wir waren nicht glücklicher. Waren auch da Suizidal. Aber wir funktionierten besser. Wir gehen nicht mehr raus. Aus der Wohnung. Sind angewiesen auf die Menschen, die hinein kommen. Was seit langem jetzt nur 2 Menschen regelmäßig machen - davon wird eine bezahlt dafür.
Ja, wir möchten uns auf Menschen einlassen. Es gibt Menschen und Projekte, die uns interessieren. Manches wurden wir gerne mitmachen, manche würden wir gerne Kennenlernen. Unser Sosein verhindert das. Ich würde gerne in einer Therapie herausfinden warum. Aber vielleicht erwarten wir auch zuviel von Therapie. Vielleicht ist das so. Aber wir würden uns gerne einlassen, auf Hilfe. Ich glaub auch immer noch, dass nur Therapie helfen kann, weil ich nicht glaube, das wir uns helfen können. Aber dafür muss eine ganze Menge stimmen. Zwischenmenschlich und auch das Handwerkszeug. Dazu Geduld und ach...... vielleicht ist uns auch nicht mehr zu helfen. Vielleicht finden wir keine mehr. Vielleicht wollen auch nicht mehr alle Innen Hilfe. Aber eigentlich denken wir das nur, weil wir nicht glauben das es die Hilfe geben kann. Und eigentlich bräuchten wir ein größeres Netzwerk an Hilfe und das vor Ort. Aber auch das gibt es so nicht.
Klinik - Tagesklinik oder anderes - wir wissen nicht was uns hier da helfen kann.

Wir haben ja auch Hilfe. Ohne Mai und ohne gesetzl. Betreuung würde gar nichts mehr gehen. Mai vereint grad Alltagshilfe und therapeutische Hilfe, ohne dem hätten wir das letzte Jahr nicht überlebt. Wir versuchen uns einzulassen. Aber wir stoßen sehr schnell an Grenzen - an unsere eigenen. Da brauchen wir jemanden, die nicht so schnell gefrustet ist wie wir. Die nicht herausliest, das wir ja nicht wollen oder so einen Quatsch. Die trotzdem noch hilft immer wieder auch wenigstens etwas zu verstehen, warum etwas wie sein könnte. Die es aushält uns so sein zu lassen und dennoch daran glaubt, das wir uns verändern können. Trotzdem und immer noch. Auch nach Jahren. Aber 6 Stunden in der Woche reichen nicht, um Einkaufen, Ärztinnenbesuche, alles notwendige außerhalb der Wohnung und Gespräche abzudecken. So kommt es auch immer wieder vor, dass wir längere Zeit keine Zeit für Gespräche haben. Was es uns immer wieder mehr oder weniger schwer macht, damit wieder anzufangen.

Ich war schon mal kurz davor eine öffentliche Bewerbung zu schreiben, für einen Therapieplatz. Vielleicht wenn es ganz viel geteilt werden würde.... aber würde eine Therapeutin auf sowas antworten? Es wäre gut, wenn es ein Forum oder so geben würde, in dem man sowas wie eine Bewerbung um einen Therapieplatz reinstellen könnte und Therapeut*innen mit Therapieplatz sich dann bei einem melden würden. Das wäre doch eine gute Idee.

Ich bin jetzt müde.

Ja, es ist auch spät geworden. Gut, dass Schreiben so heute ging. Vielleicht kann man das ja so wiederholen. Wenns hilft.

Vor einiger Zeit wollten wir zu dem neuen Podcast schreiben, der uns sehr berührt hat und auf dem wir wieder so gar nicht reagieren konnten. Aber es ist bei dem was unten steht geblieben. Ich lasse das so stehen und teile so zumindest mit, das wir ihn sehr Hörenswert finden und auch gerade für helfende Menschen. Viel gesagtes wird und wurde auch in unserem Alltag gelebt. Danke!

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Wir haben gerade die neue 4. Folge "Alltag?" des Podcast Viele Sein von den Rosenblättern und den Sommers gehört. (Ist schon wieder ein Monat rum?)

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Klinikberichte gelesen

Heute haben wir für die Vielleicht-Therapeutin alle Klinikberichte der psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken rausgesucht. Sie würde die gerne lesen, wenn das für uns ok ist, weil sie dann vieles über die Anamnese nicht mehr abfragen müsste. Naja - ich weiß noch nicht ob es ok ist, aber wir bereiten es vor.
Mit Mai schon Sortiert - hier und da kurz angelesen. Krass. Später konnte ich dem Drang alles zu lesen nicht widerstehen. Also alle Bericht von Vorne bis Hinten gelesen. Der Erste ist von 1988, da waren wir 17 gerade 18 oder so. Wir haben immer dafür gesorgt diese Berichte auch für uns zu haben, weil wir wissen wollten, was über uns geschrieben wurde.

In fast allen Berichten stehen teils Unwahrheiten, teils Verdrehungen drin. In der Regel werden die eigenen Defizite benannt - nie aber die, welche es Seitens des Helfer_Innen_*systems gab. Es ist so krass schlimm. Es kommen ein paar Erinnerungen hoch. Auch teils die Lebenssituation in der wir waren und wie eine neue Klinik, ein neuer Versuch oft soviel Hoffnung in sich barg nach endlich guter Hilfe für uns. Die Enttäuschungen, wenn man dann dort war und erlebte, was es zu erleben gab. Zu Positiven letzten Sätzen in Berichten führte oft unsere Resignation und Anpassung ans System. Einmal haben wir diese Anpassung nicht geschafft und sind hochsuizidal aus der Klinik geflogen. Einzig weil wir der Oberärztin keine für sie ausreichenden Therapieziele nennen konnten. Ach, wir könnten zu jeder Klinik so vieles erzählen - es ist nicht mehr gut zu machen und für vieles reicht auch nicht die Entschuldigung, das die über DIS und Psychotraumatologie damals wenig oder kein Wissen hatten.

Dieses ganze Leiden. Suchen. Fragen. Infrage stellen. Misstrauisch sollen wir gewesen sein. Kein Wunder. Sind wir immer mehr auch geworden. Oder mindestens geblieben.

Anders wurde es ab 2004 auf der Traumastation. Wir hatten Glück mit der Therapeutin. 3 Aufenthalte waren dann eher Hilfreich. Der 4. eher schwierig, vor allem wegen des Teams, in Kombination mit unserer kleiner gewordenen Fähigkeit uns unkritisch anpassen zu wollen und können. Letztlich endet auch diese Klinikgeschichte mit Verletzung und letztlich ... ach.

So geballt kann es nur die Gewissheit geben, das wir nie wieder in eine Klinik gehen werden. Ich verstehe das, denn es gibt keine Klinik, die auf Augenhöhe mit uns arbeiten würde - egal wie viel wir gerade (nicht) könnten. Jedenfalls glauben wir, das es das nicht gibt. Vielleicht wenn wir insgesamt stabiler wären, unabhängiger und agiler (weil wir uns dann besser anpassen könnten?).

Die Depression und Suizidalität begleiten uns solange wir denken können, mal mehr mal weniger. Letztlich Leben wir halt immer noch. Es war nie so, dass wir das Leben nicht wollten. Es war nie so, dass wir nicht wussten, was es alles schönes gab. Es gibt Menschen die wir lieb haben und hatten. Wir haben unseren Humor und wir hatten immer viele Wünsche und Träume. Einzig unser Sosein unser unvermögen in der Gesellschaft einen Platz zu finden, unser Traumafolgen-Anders-Sein, unser "einfach nie eine ausreichende Lebensqualität zu erreichen" - macht uns Lebensmüde. Über die Zeit lässt auch diese euphorische Hoffnung auf eine neue Möglichkeit der Hilfe sich nicht mehr wahrnehmen.
Ich weiß nicht ob es diese Hilfe für uns noch geben kann.

Trotzdem gibt es Momente die gut oder auch schön sind. Momente wo ein wenig Hoffnung aufflackert, nach einem guten Gespräch. Wir möchten anders Leben. Wir haben dafür wirklich schon sehr sehr viel verschiedenes getan in den letzten vielleicht 30 Jahren. Wir glauben nicht mehr daran das wir mehr als ein Überleben erreichen/halten können. Wir haben keinen Einzigen unserer Lebensträume erfüllen können und Träumen trotzdem immer noch.

Wenn sterben nicht geht, dann ist nur Leben und Leben hat immer Vielleichts in sich. Immer.

Habt vielen Dank für Eure Kommentare! Wir freuen uns darüber und sobald es irgendwie ghet, werden wir auch noch Antworten! Danke!

Sonntag, 26. Oktober 2014

Ich würde sooo gerne gerne Leben.

Immer wieder bin ich wieder eingehüllt in diese Traurigkeit. Vorhin ging es noch. Wir haben schön gefrühstückt mit Mieke, Karten gespielt, zusammen das Bett neu bezogen und den Müll raus gebracht. Ich bin froh, dass sie diese und andere Dinge mit mir macht, weil es alleine teils nie, teils zu selten geschehen würde. Dieses "vieles alleine nicht (mehr) hinzukriegen" ist belastend. Zusätzlich. Zumal es schon einige Jahre sind, wo vieles nicht mehr geht.

Es ist dieses "was alles zusammenhängt". Das Bett, günstig mal gekauft und weiches Holz, wo die Latten, welche das Lattenrost tragen schon rausgerissen sind und wieder provisorisch geflickt wurde, das Lattenrost, welches wirklich kaputt ist und teils gehalten wird von einem Eimer und Büchern, die Matratze - schon so alt und spürbar die Federn in der Nacht. Nächte... schiefes liegen, niemals sich im Bett aufrecht hinzusetzen oder zur hinteren Ecke klettern, um das Laken dort einzuschlagen, weil unser Gewicht unverteilt dann wohl alles zum einstürzen bringt. Der Blutfleck an der Wand, von der Mücke, die sich wohl vorher an uns genährt hat, der aber an einer blöden Stelle ist, uns somit _immer_ den Schreck auslöst, weil da ja eine Spinne sein könnte. Das Unstrukturierte in diesem Schlafzimmer, in dem es keinen Schrank gibt und dessen Kommode wir aus merkwürdigen Gründen nicht nutzen. Die Spinnenweben, die sagen das es sie irgendwo geben muss, die Spinnen und hoffend, dass es solche sind, die wir inzwischen schon mögen und zumindest aus der Ferne Sein lassen können manchmal. All das was zusätzlich schwer macht Nachts gerne ins Bett zu gehen. Geschweige denn mit einem "es ist sicher" Gefühl.

Der Müll, der Montags abgeholt wird, macht spätestens ab Freitags Stress, weil wir hinkriegen müssen den Müll zusammenzuräumen und immer den Stress haben, das wir ja die Mülltonnen auch mal Sonntags an die Straße stellen müssen. Obwohl wir liebe Nachbarn haben, die das immer einfach machen, nur macht das dieses Schuldgefühl nicht weg und das staunen wenn sie ganz normal mit uns reden (obwohl wir so - so wenig, selten, komisch ....) wir warten immer darauf, das sie genervt sind und so mit uns reden, wie wir es eigentlich erwarten  - sie tun es aber nicht.

Und Mieke.... 22 Jahre und sie sagt immer noch, dass sie gerne kommt, hilft und alles - das wir auch viel geben, eben anders. Aber... irgendwann muss doch auch sie die Schnauze voll haben von uns. Es ist doch so wenig geworden, was wir für andere tun können. Werden immer empfindlicher. Anstrengend.

Und Duschen müssen wir noch, weil sauber in ein sauberes Bett - aber duschen geht auch nicht mal eben schnell, weil wir Stunden brauchen, bis wir es schaffen und währenddessen der Stresspegel noch mal höher ist und mindestens einmal zwischendrin das Gefühl ist, das man jetzt _wirklich_ nicht mehr kann und _alles_ zu viel ist. Ich kann mir zwar zusammenreimen, was wahrscheinlich Ursache für Stress beim Duschen ist, aber von Wissen ist das weit entfernt. Nur weil seit tausende mal Duschen eigentlich alles Sicher ist, macht das Innen noch lange kein Sicherheitsgefühl.

Das ist nur ein bisschen von dem, was Heute da war/ist und über das man ja eigentlich nicht so schreibt oder redet. Dabei ist so viel mehr an Themen, Gedanken und Gefühlen - das ist so erschöpfend.

Und dann war da das Erstgespräch mit einer Vielleicht - Therapeutin. Es war eigentlich gut - für ein Erstgespräch. Aber es hat wieder so viel ausgelöst - Erfahrungen mit anderen TherapeutInnen, Helferinnen, ÄrztInnen, Freundinnen. Letztlich nicht wissen, ob wir uns wirklich noch mal auf jemanden einlassen können oder wollen. Wir glauben nicht mehr, das es wirklich gut genug werden kann. Es - unser Leben. Um eine Chance zu haben, brauchen wir jemanden, die für uns dran glauben kann. Vielleicht. Aktiv hilft die Beziehung und die Therapie zu gestalten und nicht wartet. Warten kann ich wirklich perfekt alleine. Wir haben ganz sicher kein "Sie ist es ganz sicher"-Gefühl. Ich weiß aber nicht ob es das wirklich gibt - wir hatten das nur einmal ganz sehr, aber da können wir nicht hin.
Wir haben ja noch 2 probatorische Sitzungen und auch später kann man jederzeit abbrechen (das sage ich immer wieder zu uns).

Ich würde sooo gerne gerne Leben.

Dienstag, 21. Oktober 2014

Es gibt dieses Vielleicht

Depressives Sein überschwemmte mich. Es verändert sich - zwischendurch gibt es Phasen - Minuten, Stunden - die nicht mehr so total vernichtend sind. Die Wahrnehmung verändert sich oder - ach, wie auch immer - ich erlebe manchmal die Wechsel deutlicher, kann manchmal die Körpergefühle benennen oder glaube zumindest, dass ich manchmal starke Angst fühle und anderes, was mir grad nicht einfallen will.

Heute ist das Erstgespräch mit einer Therapeutin. Viele Gedanken sind da an vergangene Therapien, Therapeutinnen. Nicht wissen ob wir wirklich wollen, ob es Sinn macht und doch wissen, dass es nur mit einer für uns guten Therapie weitergehen kann. Es gibt ja dieses Vielleicht - vielleicht wird es ja gut.

Wir werden es erleben.

Ich hab überlegt, ob ich eine Blogpause mache, aber das fühlt sich nicht Stimmig an. Ebenso die Überlegung, einen neuen Blog anzufangen, noch mal ganz Anonym - aber auch das fühlt sich immer nur für kurze Zeit richtig an. Es wird hier weitergehen, so wie es eben geht. Alles andere würde irgendwie nur die Isolation fördern und viel mehr Isolieren, wie es schon geschieht, geht kaum.

Auch hier gibt es immer noch dieses Vielleicht - vielleicht geht irgendwann wieder mehr.

Es ist wie es ist.

Freitag, 19. September 2014

*singt Innen...

... stumm, stumm, stumm... sterne schweigt herum...

Früher gab es oft die Vorstellung nicht mehr zu sprechen. Nie wieder. Heute ist die Vorstellung auch da, aber manches würde mir doch sehr fehlen... schlimm fühlt es sich an wenn wir reden und nichts sagen. Es fühlt sich an wie versagen und zieht viele negative Gedanken nach sich. Und nichts führt zu irgendwas.

Gut war das die Krankenkasse - oder ein Bearbeiter  sagte das 3 probatorische Stunden auch ohne Antragsverfahren wahrgenommen werden dürfen und das er denkt, das in der Regel Therapie nach dem Kostenerstattungsverfahren genehmigt wird. Naja, abwarten. So ist der nächste Schritt Termine zu machen und zu schauen, ob es miteinander gehen kann. Blöd, dass es Angst macht. Nützt ja auch nix.

Dienstag, 29. April 2014

"Initiative Phoenix" Bundesnetzwerk für angemessene Psychotherapie e.V.

Da wir uns immer noch nicht mitteilen können - bei euch lesen, aber nicht kommentieren können (Isolation als Strafe?), dachte ich heute, das hier dann auch was Sinnvolles stehen kann und warten, bis es bei uns wieder geht.

Ihr habt ja schon mitbekommen, dass wir bei den Rosenblättern lesen und hin und wieder auch einen Artikel-Link teilen. Sie finden oft Worte, die uns in unserem Sein berühren, mitfühlen lassen, mitdenken - so wie es immer gerade geht.
So auch in ihrem aktuellen Artikel: "und macht das Teilhabegesetz, dass meine Behinderung sichtbar wird?".

Dort haben sie auch wieder die "Initiative Phoenix" Bundesnetzwerk für angemessene Psychotherapie e.V.  benannt und wir finden schon lange, dass das eine sehr wichtige und gute Initiative ist! Leider schaffen wir es nicht, uns aktiver zu engagieren oder gar zu Spenden. Aber es gibt noch mehr Möglichkeiten zu helfen (Was kann ich tun?) und so will ich endlich, wenigstens beim "Öffentlichkeit schaffen" helfen.

Es würde uns freuen, wenn jemand sich die Internetseite anschaut und auch in einer möglichen Form helfen mag und kann!


Der Initiative Phoenix möchten wir Danken für ihren Einsatz!
Danke, das ihr aktiv seid!

Freitag, 21. März 2014

Psychotherapiesuche - weiteres Erstgespräch

Am Mittwoch hatten wir wieder ein Erstgespräch mit einer Psychotherapeutin. Frau Wolke (Name ausgedacht) wirkte erst mal freundlich und auch die Räume waren freundlich, im Gesprächsraum war sogar der Kamin an. Sie hatte schon am Telephon gesagt, das sie keine Erfahrung mit DIS hat, aber schien bereit und offen genug für ein Erstgespräch. Wir hätten zwar gerne jemanden, die Profi ist, aber auch Profis haben ja bekanntlich mal angefangen... es hätte ja eine Chance sein können.

Naja, es ist merkwürdig mit jemanden zu reden, die sich so gar nicht auskennt. Vielleicht wusste sie nicht, dass sie sich zuviel Dreck ins Wolkenhaus geholt hat? Obwohl viele Eindrücke und Sätze Innen immer wieder mal hin und hergedreht werden und wirken, kann ich kaum noch etwas wirklich fassen. Das was aber letztlich den größten Eindruck gemacht hat, war ihre Frage, was das Schlimmste wäre, das ihr passieren könnte. Wir waren total irritiert, dachten, wir hätten uns verhört....

Aber sie fragte das wirklich so und ganz ernst. Was könnten wir ihr antun? Ich dachte, das Schlimmste ist für solche Menschen vielleicht Wut und erklärte schnell, das ich mit Wut noch kaum was zu tun habe, aber natürlich nicht weiß, ob nicht jemand mal wütend werden könnte. Aber das meinte sie wohl nicht und ich fragte, was sie denn meint. Sie sagte, das Schlimmste für sie wäre ein Suizid, daran würde sie zerbrechen und sie hätte das noch nicht erlebt und will das auch nicht. Was sollen wir dazu sagen? Es machte alles eng Innen. (Entzückender Triumpf, lächelnd auf unser Brot geschmiert, ein Gefühl(!) - dabei sagten wir doch vorher das wir Probleme mit den Gefühlen haben - das hat sie sich wohl gemerkt, aber eigentlich war es in dem Moment unpassend und die Art auch - es hatte mehr etwas von "Ätsch, erwischt! hahaha")

Ok, wir waren bei "es machte alles eng" - und sagten auch, dass wir da nichts versprechen können. Wir können (und machen es ja auch mehr oder weniger) darüber sprechen, wenn es geht in Kontakt gehen, Wir können auch verhandeln und absprachen treffen - eigentlich vielleicht um uns zu schützen - aber um sie zu schützen? Diese Verantwortung wollen wir und können wir nicht tragen! Wir haben schon genug damit zu tun, das Beziehungen uns in dieser Entscheidung einschränken. Suizid ist unser Notausgang - wir brauchen die Möglichkeit, um Leben zu können. Solange ich denken kann schon und das ist manchmal vielleicht Gefährlich, aber wir haben nur diese Sicherheit.

Wir haben letztlich einen weiteren Termin mit ihr ausgemacht, wo sie überlegen will und wir auch. Inzwischen weiß ich ziemlich genau, dass wir bei ihr keine Therapie machen werden und den Termin auch wieder absagen. Urs, die dabei war, meinte ja schon eh zu uns, dass wir ruhig genau gucken dürfen und eine für uns schlechte Therapie nicht besser ist, als gar keine. Hier schwanken wir immer, weil ein bisschen die Stimmung immer mal wieder ist, das wir nehmen müssen was wir kriegen.... aber ich glaube, dass wir tatsächlich versuchen werden weiter und genau zu schauen, wer uns wirklich hilfreich zur Seite stehen kann und wenn es 10 Jahre dauert bis wir eine finden....

Wir hätten auch bei einer anderen einen Ersttermin gehabt, aber da mussten wir absagen, weil es zuviel gewesen wäre. Sie war im ersten Telefonat schon so, das wir dachten, dass es nichts wird.... machte da schon ein "sie weiß es besser" - Eindruck. Alle 4 Wochen soll man bei ihr anrufen, um auf der Warteliste zu bleiben. Dann sprach sie den Termin auf den AB. Ich wusste vorher schon, dass sie nicht damit umgehen kann, wenn ich den dann nicht annehmen kann. So war es auch. Sie war am Telefon total schnippisch und kurz angebunden. Kein nettes Wort oder so - Zicke! Auch bei ihr entscheiden wir jetzt, das wir nicht weiter anrufen müssen.

Es ist echt schlimm, dass es so schwer ist jemanden zu finden. Es war leichter, als wir noch nicht so wussten was wir wollten. Wir sind damals bei Menschen wie Frau Wolke gelandet und haben die Therapiestunden verlächelt. Angepasst in 50 Minuten - alles im gesetzten Rahmen. Diese passen Heute nicht mehr. Wenn die Versuchung auch groß war.

Alles zusammen löst irgendwie vieles aus. Viele Momente aus der Vergangenheit schwirren durch Gedanken und Träume. Vermischt sich zudem mit allem was in die OEG-Ecke gehört. Waren es sonst hauptsächlich die realen Kontakte, die wir nicht schaffen zu pflegen, sind es jetzt schon seit Monaten auch die sozialen Netzwerke, wo es immer schwerer fällt und nur selten gelingt da zu sein/zu kommentieren - einen minimalen Kontakt zu halten. Es passiert viel und auch manches gute - aber eigentlich machen wir uns alleiner und spüren das auch deutlich so und es fühlt sich nicht gut an. Gleichzeitig werden wir irgendwie auch offener. Schwer zu benennen.

Ich weiß, dass sich bei uns zwingend einiges ändern muss. Weil wir sonst vielleicht nie mehr in das Leben passen. Ich weiß nur noch nicht wie - weil es bei allem das Wir gibt.

Sonntag, 16. März 2014

Wer fragt schon aktiv nach?

Das Post gestern war echt schwer zu schreiben - ging nur mit vielen Pausen, aber das zeigt auch nur, wie nah es noch war. Heute (Samstag) haben wir bis 17:30 Uhr geschlafen - mit Unterbrechungen und so, aber das war gut. Die Erschöpfung hat sich verändern können. Das Wach werden war viel leichter.

Was mir immer wieder durch den Kopf geht...

Es war das Erste mal, das jemand aktiv nachgefragt hat was die Traumata betrifft. Also klar - die Umstände und der juristische Hintergrund und so.... aber dennoch! Das war gut! Das hat es für eine Zeit Wahrer gemacht, dem und uns eine Daseinsberechtigung gegeben. Irgendwie so. Ich meine... wer will sowas hören? Die meisten Menschen können es nicht hören, weil es überfordert. Andere wollen nicht hören. Andere würden nie aktiv nachfragen. Auch in der Therapie wurde nie aktiv nachgefragt. Wir haben was geschrieben und das war dann auch ok, aber es kam eher ein bremsen, im Sinne von "ich muss ja nicht alles wissen, da müssen wir nicht weiterreden" - was zwar gesagt wurde um uns zu entlasten, aber eben oft auch ankommt bei uns wie "ich will dazu aber nichts mehr hören". So haben wir dann auch nicht weiter geredet.

Ich merke das aktives nachfragen und Details hören wollen uns (auch) hilft und ich weiß nicht, ob Therapeutinnen das grundsätzlich nicht tun, aber ich hoffe, das die "Neue" da weniger Hemmungen hat und uns so auch die Hemmungen nimmt. Also klar - es muss ja auch passen und Stopps müssen auch gehört werden - aber ich glaube, uns würde das helfen.

Das war wirklich eine neue Erfahrung.

Freitag, 24. Januar 2014

Therapeutinnensuche

Heute 11 Therapeutinnen angerufen und einer eine Mail geschrieben. Kontakt zu 14 Therapeutinnen insgesamt mit dem Ergebnis:
Warteliste 1
Kein Platz und keine oder volle Warteliste 7
nicht erreicht 4
Nicht mit DIS 1
Vorgespräch  1 (wenn es dann passt, noch 1 Jahr Wartezeit)
Wir versuchen ja nur Therapeutinnen anzurufen die sich wahrscheinlich mit der DIS auskennen - teils aus Listen im Internet, teils empfohlene Therapeutinnen. Das Vorgespräch ist im Februar. Leider in der nächst größeren Stadt - vor Ort hatten wir bisher kein Glück.

Eine Therapeutin sagte, wenn die DIS das Hauptproblem ist, dann arbeitet sie nicht damit  - wenn sie das mit Wissen über DIS gesagt hätte, dann wäre es fast schon eine interessante Aussage gewesen... so war es nur kackig. Das Ganze ist total frustrierend - aber das fühl ich nicht - ist nur ein Wissen. Mal sehen, wann wir wieder in der Lage sind, uns das anzutun, sollte ja nicht zu viel Zeit zwischen sein. Nach den Telefonaten kam dann wieder die große Erschöpfungswelle. Wattekörper oder besser wie zerknittert alles und Aufregung ohne was Greifen zu können. Jetzt (morgens um 4:00 Uhr) geht es wieder. Nur das Fühlen ist nicht so da.

Hoffe ich kann bald schlafen gehen. Morgen (also Heute) noch den Wocheneinkauf und Abends kochen wir mit Mieke (Kartoffelbrei, Spinat und Fischstäbchen :o) voll ein Trostessen oder so)

Wir wünschen Euch einen entspannten Freitag!


Montag, 23. Dezember 2013

Hoffnung!

Eigentlich sollte ich schlafen gehen, aber es treibt mich noch zu schreiben.

Je mehr wir die depressiven Gedanken herauslassen, desto mehr wird mir klar, dass es depressive Gedanken sind und depressive Wahrnehmung ist. Und ja klar, ich denke es gibt genug Gründe dafür und auch, wenn ich selber nicht weiß, was früher an schlimmen Erlebnissen war - so wird vieles dort auch noch ihre Ursache haben.

Wir werden diesen Weg weiter gehen - gemeinsam und ich werde mich weiter darauf einlassen, mehr von Innen mit zu bekommen. Es wird diese dunklen Gefühle und Gedanken auch immer wieder geben und ich versuche dem Raum zu geben, sobald es mir möglich ist. Ich kann das alles noch nicht so schnell von mir trennen - falle mit in das Dunkle und merke wie schwer es ist, da wieder heraus zu kommen. Jetzt gerade, bin ich ohne das - ist die stern, die sich damit trägt weiter weg von mir. Ich kann Atmen und spüre wieder meine Neugier und meine Hoffnung. Es tut gut, sich gerade friedlicher zu fühlen.

Ich möchte, das wir lernen schneller über solche und ähnliche Gedanken und Gefühle zu schreiben und besser noch zu reden. Nur das Reden kann etwas verändern, dass haben wir oft so erfahren. Wie gut wäre es, wenn wir miteinander reden würden. Oder Innere sich auch an unsere Helferinnen wenden würden. Ich vermute, das werden die nächsten Schritte sein - direkter zu werden und das Risiko einzugehen, damit ausgehalten zu werden und vielleicht sogar mehr als ein Aushalten zu erfahren.

Es ist für mich schwer Vorstellbar, dass Innen ja noch ein stern ist (oder mehrere) , in diesem Sein, was mir im Moment so fern ist. Aber ich lerne es und bitte um Geduld nach Innen.

Hoffentlich finden wir wieder eine Therapeutin, die mit uns unseren Weg gut geht. Wir würden gerne jemanden finden, die viel mit Imagination und EMDR (nicht nur zur Traumabearbeitung, sondern auch zum positiven verstärken) arbeitet. Vielleicht wäre auch sowas wie malen oder anderes Gestalten in der Therapie gut. Es wäre schön, wenn viele Ebenen angesprochen werden - nicht nur das Denken. Es wird nicht einfach, jemanden zu finden, aber wir werden uns auf dem Weg machen.

Es ist nicht alles gut - aber jetzt gerade ist es gut, weil ich glauben kann, dass es besser werden kann.
Danke nach Innen, dass ich das grad spüren darf!

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Alltag und Abschied

Vor ein paar Tagen geschrieben:
Es freut uns, dass diese Vorlage gefällt und noch mehr freut es uns, dass wir jetzt wissen, dass bei dieser Vorlage auch Menschen Kommentieren können, die auf Programme angewiesen sind, welche die Augen ersetzen. Sollte Blogger mehr drauf achten, dass die Vorlagen auch möglichst Barrierefrei sind.

dunkel bunt hilflos Die Gedanken rasen beängstigend in den Tagen und Nächten.
Was getan werden muss, was getan werden möchte und all das was nicht getan wird.
Wünsche, Traurigkeit, Notwendigkeit und mehr - vermischt sich zu Brei, in dem wir immer wieder versinken.
Zäh ist dieser Brei. Ich versuche ihn ansehbar zu halten, auch wenn er fault, soll er gut aussehen.
Aber besser nicht zu nah heran gehen. Fäule blubbert heraus. Wir lächeln sie weg.
Unmöglich ihn anderen anzubieten. Unmöglich ihn selber auf die Zunge zu nehmen.

Heute (Mittwoch) geschrieben:

Letzte Woche Donnerstag war unser Abschied mit unserer Therapeutin. Wir haben uns mit ihr und Urs im Cafe ganz nah ihrer Praxis getroffen und dort zusammen gesessen. Wir wollten das gerne so und ich glaube, dass es so auch gut war. Es bewirkte, das etwas lockerer geredet werden konnte und war wahrscheinlich auch etwas leichter, weil es gleichzeitig eine Distanz vom gewohnten Setting brachte. Auch das Urs dabei war, war für uns so richtig - es gab eine Zeugin vom Abschied.... was es realer macht vielleicht und ein Wissen, das wir nicht alleine bleiben.
Wir sprachen über vieles noch einmal. Rückblickend, im Jetzt und über zukünftiges. Wir haben es geschafft zu basteln, malen und schreiben für ein Abschiedsgeschenk und es war schön zu sehen, wie sie damit umging, zu hören, was sie dazu sagte. Unser Gefühl nicht angemessen Reden, Handeln und Fühlen zu können hat das etwas verringert, aber weg ist es nicht. Nur können wir nur so, wie wir können - leider.
Die Zeit verging total schnell, obwohl wir deutlich länger zusammen saßen als sonst. Plötzlich stand Frau Str. auf und ging recht schnell - da haben wir nicht mit gerechnet und das machte den langen (über Monate dauernden) Abschied rapide ein Ende. Es ist kaum Vorstellbar, dass wir nie wieder ein Gespräch mit ihr haben werden. Auf den Tag genau waren wir 8 Jahre mit ihr in diesem Therapieprozess. Das ist wirklich eine sehr lange Zeit! Unser Danke kann nie genug sein. Es gab so vieles, was gut war und manches was uns fehlte. Ich weiß noch nicht, was das alles mit uns macht.

Wir schaffen es immer noch nicht euch wie gewohnt zu besuchen ... warum, weiß ich nicht - aber ich kann es nur so nehmen wie es geht und lasse euch allen einen Lieben Gruß und viele gute Wünsche da!

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Willkürlich verwirrt

Wir haben eine Email von unserer Therapeutin bekommen. Sie war fleißig für uns und hat für den Schwerbehinderten Ausweiß was geschrieben. Wir sind total Dankbar und haben ein schlechtes Gewissen. Ich glaube vor den Herbstferien (wie lang das her ist kann ich grad nicht fassen) hatten wir mit ihr ein Therapietelefonat und es war gut. Sie hatte dann eine Woche urlaub und wir wollten eigentlich überlegen, ob wir doch mehr Therapie noch machen vor dem Ende. Ich weiß, dass wir das wollten und kriege es nicht hin mich zu melden. Durch die Mail ist es grad ein bisschen greifbarer wieder, aber wissen was wir wollen ist nicht da. Ich schaff den Anschluss nicht. Und obwohl ich weiß, das es bald keinen Sinn mehr macht, weil ist ja bald Dezember, können wir es dennoch nicht halten und greifen. Das ist grad bei vielem so. Zeiten vergehen und es gibt kaum ein Gefühl dazu, weniger als wie es schon war. Es ist irgendwie so Willkürlich.

Ich höre immer mal wieder das Denken von Innen “ich geh (vielleicht) tot” oder “ich will aber nur ein bisschen tot gehen” – das ist mir vertraut, aber zur Zeit ist das öfter am Tag da und ich würde gerne wissen was es bedeutet. Es klingt, als wenn es von jemanden jüngeren Alters kommt. Immer dieses “geh tot” – fühlt sich nicht so nach Suizidal an sondern eher nach einer Befürchtung oder Erwartung. Ich glaube zur Zeit ist das öfter da als sonst. Ich hoffe das Innen jemand ist der/die beruhigen kann. Obwohl ich das hier schreibe, denke ich dennoch, dass ich spinne, mir das Einbilde, was wiederum auslöst “nicht schon wieder diese Schiene…..” – Ich denke ja selber das ich langsam darüber hinaus sein sollte, dass Viele sein anzuzweifeln, aber die Zweifel tauchen immer mal wieder auf. Vielleicht sind es ja auch nicht meine Zweifel? Ob andere Viele – Menschen immer genau wissen, was ihre Gedanken / Gefühle / Wissen ist oder was zu anderen Inneren gehört? Mich verwirrt das oft. Manchmal weiß ich genau das etwas nicht zu mir ghört, bei vielem wo ich dachte es ist meines stellte ich aber auch schon fest, das es nicht so war. Sehr verwirrend und meist etwas was ich hin nehme.

Morgen – also eigentlich Heute – kochen wir mit Mieke. Lecker wird es bestimmt! Essen ist auch grad so ne Sache… hat schon besser geklappt.

Habt einen schönen Donnerstag!

(fällt es euch auch oft so schwer einen Titel für das Post zu finden?)

Samstag, 31. August 2013

ich weiß keinen Titel.

Es muss aufhören.

Ich muss reden. Wir müssen reden. Am besten miteinander, leider weiß ich immer noch nicht wie das geht bei uns. Dann wenigstens mit dem Außen, es gibt zu viel im Innen was uns ausbremst und schweigend macht, aber es wird kritisch und ist so nicht haltbar. Es geht so nicht weiter! Der Glaube, das was gut werden kann wird zu klein.

Den vorherigen Absatz geschrieben vor ein paar Stunden und wie durch Zauberei ist alle Not gedämpft und kaum noch greifbar. Dieser Mechanismus, der immer und immer wieder funktioniert mich stumm macht, weil ich nicht mehr weiß, was eigentlich ist und war und ob denn nun wirklich was schlimm ist. Ich stelle mich an – vielleicht. Aber ich weiß, lange hält dieser Zustand nicht. Versuche dennoch zu schreiben. Solche und ähnliche Mechanismen sind hier sehr am wirken. Sie verhindern ein durchdrehen, aber sie verhindern auch Leben. Zudem wird ja doch durch kleinste Trigger wieder unsere Welt und unser sein in Verzweiflung gestürzt. Das scheint grad sehr schnell zu gehen.

Seit der Selbstverletzung ist das Thema Schuld in all seinen Facetten, in Bezug auf die Familie, nicht mehr ständig zu nah. Zudem ist der Zustand des Wartens in eine Gewohnheit gerutscht. Manchmal von dem Wunsch durchbrochen nachzufragen – vielleicht wurde vergessen uns bescheid zu geben, dass er doch noch weiterleben wird? Noch schaffe ich nicht nachzufragen. Die Angst Innerer, er wird extra auf unseren Geburtstag sterben, hat sich nicht bestätigt. Gut! Mit den Besuchen bei der Ärztin, der extra Zeit durch die Betreuung …. da wurde irgendwie verfestigt, dass es “jetzt auch mal gut sein muss”! Ich versuche dagegen an zu gehen, versuche Wege offen zu halten, aber es ist hartnäckig. Vieles bleibt in diesem Netz hängen und klebt fest. Nah genug es zu spüren, klebrig genug, um nicht nach außen zu kommen. Nahrung suchend. Zeichen, Hinweise, die bestätigen, dass wir zu viel sind. Meist nicht mehr wissend, ob es echt ist oder konstruiert von uns. Klebrig eben.

Die Therapie geht jetzt wirklich zu Ende. Wir haben jetzt abgemacht, dass wir bis Dezember noch 4 Termine haben, zum Abschied nehmen. Wir wollten in dem Termin diese Verabredung treffen. Aber wir wollten auch über das Warum reden. jedenfalls mehr oder weniger, weil auch die Angst war, dass es nach hinten losgehen kann. Eigentlich geschah  nichts. Sie hat viel vorweg genommen. Hat gesagt das sie es schon lange spürte, dass was brodelt, aber weil wir ja schon soweit sind, warten wollte bis wir von uns aus darüber reden. Das es ok ist und Menschen manchmal für eine Phase Begleiterin sind und dann es auch ok ist, wenn es zu Ende geht. Das sie ihre stärken hat und ihre “schwächen” und das es jetzt passt auch das wir uns jemanden neues suchen, die vielleicht forscher vorgeht und das sie das was sie uns gegeben hat und geben kann jetzt eben nicht mehr reicht. Es wurde noch mehr gesagt, aber das fällt mir alles nicht mehr ein. Nach dem reden war bei uns die Luft raus. Gefühlt hätten wir gehen können in dem Moment. Sie hat vieles gesagt, was im Ergebnis dem nahe kommt, was wir gesagt hätten, nur das es an nichts festgemacht wurde. Es ist passiert was oft passiert. Jemand ist verständlich, auf gewisse Weise entgegenkommend. Wir sind Dankbar und schuldig, weil zwar alles stimmt und doch die Hälfte fehlt. Wir wissen dann nicht mehr ob es wichtig ist, was wir sagen wollten. Glauben das unser gegenüber es wahrscheinlich auch nicht hören will und wir haben ja schließlich auch schon was bekommen. Wir schweigen. Vielleicht ist es gerade durch das Vaterthema auch noch empfindlicher alles innen? Da sowas aber keinen gefühlten Raum mehr in der Therapie hat ist es irgendwie einfach verunsichernd alles. Sie sagte, dass wir vielleicht auch gerade mehr die Betreuung brauchen als Therapie, aber auch das sie weiß, das Therapie wichtig wieder ist. Für uns ist es so, das wir Therapie wirklich sehr brauchen würden. Sehr sogar. Aber das es nicht mehr passt und ja auch keine neue Therapeutin da ist. Wir haben eine scheiß Angst davor ohne Therapie da zu stehen. Und Angst uns nicht mehr einlassen zu können auf jemanden. Und doch das Wissen, das es trotzdem versucht wird. Einfach weil es muss. Ich versuche rational zu sein, aber es macht einfach auch viel.

Vorheriges wurde Mittwochnacht geschrieben – seit dem geht schreiben wieder nicht gut. Ich möchte, aber …. egal, wird schon weiter gehen. Ist alles ziemlich wechselhaft hier.

mandala aug13

Wir möchten euch ein wundergutes Wochenende wünschen mit Sonne im Herzen.

Donnerstag, 1. August 2013

Was kann helfen?

Ich würds gerne zurücknehmen alles geschriebene. Und irgendwie auch nicht. Ich finde es schwierig zu erklären und herauszufinden was ist, vielleicht weil auch nicht alles für alle stimmt. Wäre leichter wenn sich jedeR selber erklären würde. Ich will nicht das der Fokus auf das Gute und Bewegung weg geht. Das ist ja gut und wichtig.
Dennoch ist es (vorheriges Post) ein Punkt an dem ich so oder ähnlich seit vielen Jahren immer wieder ankomme. Selbst als mir das Viele sein noch kein Begriff war. Mein Gefühl ist, dass es erst Raum für wirkliche Veränderung geben kann, wenn diese Inneren mit ihrem Sosein, Gefühlen und Denken da sein dürfen und Raum, Halt und Hilfe bekommen. Ich halte das ganze Fühlen und so nicht wirklich gut aus, schaffe es nicht damit gut umzugehen. Wenn es auch noch (Selbst-) Aggressiv und erst mal “Pöbelnd” ist, dann wird es noch schwerer. Andere mögen das auch nicht. Oder es gibt ein “Jaja, ist ja klar…., darauf lass ich mich nicht ein…” oder ähnliches. Also selbst in Ansätzen gibt es nur selten ein gesehen werden und in verschiedensten Formen wieder ein schnell wegschieben. Es ist nie dran und hat nie wirklichen Raum. Wie kann es so dazu kommen, das sich diese innere mehr zeigen im Außen oder auch nur ne Chance zur Veränderung kriegen? Wie kann der Mut entstehen mehr und anderes von sich zu zeigen? Ich denke immer, das es die richtigen Fragen braucht und ein dran bleiben. Aber was sind die richtigen Fragen? Die richtigen Worte? Ich weiß es nicht. Vielleicht ein stetes und konsequentes Nachfragen, wenn etwas schriftlich oder verbal angedeutet wird? Ich weiß nicht wie das gehen kann.
Ich glaube, dass das immer weniger ging im Alltag, auch damit zu tun hat. Weil diese(s) nie Raum hatte(n). Nur hat es letztlich auch nicht dazu geführt mehr gesehen zu werden. Nicht nur ein verbales “alles darf sein”, sondern ein aktives Irgendwas.
Im Nachhinein über schweres Reden bringt nicht so viel. Vielleicht hat es dazu gebracht, das man jetzt so schreibt, aber es ist “viel zu weit weg”. Ich weiß noch, als ich von Bonding gelesen habe, ich dachte echt, dass dieses die Lösung sein könnte, vor Jahren. Ich ging in eine Klinik wo damit gearbeitet wurde. In die erste Bondingsitzung. Oje…. ein kleiner dunkler Raum viele Menschen und Matratzen. Man arbeitet zu Zweit, wer unten liegt “arbeitet”, die andere liegt oben drauf und “hält”. Bald ist viel Geschrei, Schweißgeruch, weinen….  - nein wir nicht…. wir erstarrten und dann? Weiß ich nicht mehr, aber es wurde nicht mehr mitgemacht. Das war “viel zu nah dran”! Aber es muss doch was dazwischen geben? Wir brauchen in irgendeiner Form mehr Hilfe, was das betrifft.
Jetzt ist in nicht mal einer Stunde unser erstes Therapiegespräch nach Wochen Pause wieder. Ich weiß gar nicht wie es uns damit geht. Müssen es auf uns zu kommen lassen.

Ich will nicht selber Schuld sein

Immer, wenn was Gutes passiert / gemacht / erlebt wird, dann kommt die andere Seite auch umso stärker und “ballert” umso stärker das Negative Denken, Fühlen. Den Eindruck hat Mai und auch Frau Str. sagte das schon öfter. Es ist nicht Neu, diese Gedankengänge. Aber welchen Sinn macht es das zu sagen, wenn versucht wird dem Guten ebenso wie dem Schweren Raum zu geben (wie im letzten Post)? Ich finde nicht die Worte und Gedanken und merke nur, dass es irgendwas verletzendes macht. Es macht sprachlos und irgendwie Hilflos. Als Frau Str. das vor einiger Zeit mal sagte, da kam von Innen, dass es das auch grad nicht besser macht. Macht es auch nicht! Ich verdränge das dann eher lieber gerne, bis zum nächsten mal. Gute Situationen gibt es immer mal wieder und schlecht gehen tut es hier auch immer wieder in verschiedensten Formen, also passt diese Aussage ja immer. Was soll man dagegenhalten? Sie lässt sich ja auch wunderbar ausführen und erklären. Gutes macht eben auch Stress, wie schlechtes. klar. Haben Therapeutinnen sogar schon vor 20 Jahren gesagt. Manchmal denk ich ok, ist grad ne bequeme Denke, ich hab vergessen, das Gutes auch passiert, da haben wir ja den Grund warum es so scheiße geht. Also Schnauze halten und weiter Gutes machen. Weils so schön ist! Und weil so ja Leben geht und nur so Kontakt nach Innen ausgelöst werden kann, der ja gut ist und gewollt. Wollen ja nicht auf diesem Sofa vergammeln. Vergammeln dauert eh zu lange.
Wahrscheinlich ist das nicht fair. Aber es kotzt mich an. Dieser Focus auf das Gute. Es stimmt so nicht und stimmt doch. Klar, es geht die meiste Zeit des Tages eher nicht so gut, wenn wir alleine sind. da ist verständlich, wenn man Denkt, das wir den Fokus besser auf das Gute richten, wenn wir mit jemanden zusammen sind. Zumal wir es ja eh nicht hinkriegen das Schwere, was grad da ist, zu verbalisieren. Das geht immer erst, wenn das Fühlen dazu weit genug wieder weg ist. Darum dauert oft sogar das Schreiben Stunden. Aber auch alleine versuche ich immerzu nur uns abzulenken. So hat irgendwie nichts wirklich Raum. Selbst Mieke, mit der wir 3 mal am Tag telefonieren und uns noch oft sehen, die wir seit 21 Jahren kennen, selbst sie sagte Heute wieder, das man nichts davon mitkriegt wie es uns geht, das sie das erst über das Lesen so mitkriegt. Ich weiß auch nicht wie wir das ändern können, weil es in Gegenwart von Menschen eben einfach so schwer ist zu zeigen, was nicht schön ist. Ich weiß, dass alle sagen, dass es sein dürfte und ja alles seinen Raum haben soll und darf. Ist aber nicht so. Selber Schuld, wenn man nicht redet und zeigt. Selber Schuld, wenn man schon bei leichten Nachfragen den Eindruck erweckt, dass man es nicht aushält. So fragt eben keiner weiter. Und Fragen sind es die wir brauchen, weil es nicht von alleine geht. Aber wurde ja auch schon oft gesagt. Vielleicht stimmt es auch nicht. Vielleicht ist es ja grad auch nur die pure Abwehr, weil es heute ja ein gutes Erlebnis gab und uns eine Kuh sehr beeindruckt hat. Dazu Ungeduld. Würd ja auch wieder passen.
Das verstärkt so das Gefühl Hilflos zu sein. Und Undankbar zu sein. Halte ich mir die Augen zu und beklage mich nichts sehen zu können? Ich will nicht selber Schuld sein.

Sonntag, 16. Juni 2013

Eine dunkle Bühne

So langsam geht es wieder auch bei Euch zu lesen und etwas wieder in Kontakt zu gehen. Die Welt scheint mir oft so weit entfernt. Manchmal frag ich mich, warum etwas, was so Fern scheint, so eine Anziehungskraft haben kann. Das sie dennoch es schafft sich als erstrebenswert einzuschmeicheln und Wünsche weckt. Ich bewundere das und hasse das. Sie zeigt die eigene Jämmerlichkeit und doch auch wie es sein könnte. Drama, Horror und Komödie. Leben.

buehne 2Ich fühle mich wie auf einer dunklen Bühne. Mal wird dieser und mal jener Teil beleuchtet, aber es gelingt nicht ein zusammenhängendes Bild zu bekommen. So viele Facetten, ohne das Ganze erfassen zu können. Keine Möglichkeit die Zusammenhänge zu erkennen und zu halten. Das macht ein alleine Gefühl. Sich nicht dazugehörig Fühlen zu irgendwas. Nur in dem Moment wo etwas erleuchtet wird. Danach verliert sich der Bezug. Manchmal hätte ich gerne jemanden, die immer sagt “ah ja, das siehst Du grad, aber hier und hier das gehört dazu und dies und jenes ist auch da und so gehört das zusammen.” Ich möchte, das mein Gehirn verknüpft, was zusammen gehört. Ich möchte das es ein Panoramabild entwickelt, wenn ich den nächsten Ausschnitt angucke. Und ich möchte das dieses Ganze dann auch erinnerbar ist und mit neuem ergänzt werden kann.

Unsere Therapeutin sagte in der vorletzten Stunde, das was sich sehr verändert hat in den letzten Jahren ist, dass wir nicht mehr NUR im Jetzt sind. Ohne Bezug zum gestern und morgen. Das wir inzwischen Fäden knüpfen und Bezüge herstellen dürfen. Ich denke, das es noch nicht genug ist. Und gerade zur Zeit wieder sehr schwierig ist. Aber ich glaub auch, dass es dennoch anders ist als vor 6 Jahren. irgendwie.

Jetzt steht das Abschied nehmen an. Aber wie geht das? Bisher gingen Dinge einfach zu Ende. Menschen waren da oder nicht mehr da. eigentlich gab es nie Zeit, um wirklich abschied zu nehmen. Weil es zu schnell ging oder weil wir es nicht konnten oder weil andere Menschen es nicht konnten. Ich kann damit Leben, wenn jemand einfach weg ist. Nicht mehr immer so gut und so endgültig in der Erinnerung, aber mit nicht Abschied nehmen bin ich noch vertraut. Nur wie es anders geht eben nicht. Da bin ich sogar hilflos. Auch wenn ich weiß, das es Sinn macht und wichtig ist und es gut ist, wenn wir es anders lernen, weiß ich nicht wie. Es ist eben wieder so was, das an Gefühle gebunden ist.

Mieke erzählte letztens noch, dass es für sie schwer war, wenn wir früher sowas wie “Ich fühle kein Vermissen” oder “Wenn Du/ich gehe, dann bist Du für uns weg und wenn Du wiederkommst, dann können wir genau da wieder anknüpfen” – es ist schwer für andere zu verstehen und es nicht mit Desinteresse gleichzusetzen. Ich denke, alle, die uns kennen oder gekannt haben, erleb(t)en es, dass wir es nur selten schaffen von uns aus in Kontakt zu gehen. Daran sind Freundschaften kaputt gegangen oder hatten zumindest Krisen deswegen. Ich denke auch neue Beziehungen entstehen darum erst gar nicht. Ich habe nie verstanden warum es bei uns so ist und kann nichts dagegen tun. Darum versuchen wir mit dem Problem meist direkt offen umzugehen und warnen sozusagen vor und bitten die andere zu überprüfen, ob sie das so kann und will – denn das können nicht viele – immer wieder in Kontakt gehen und es nicht persönlich nehmen, das wir es nicht (oder selten) können. Je mehr das “Wir” bewusster wurde, desto schwieriger wurde das, aber da war die Problematik schon immer.

In der Therapie am Donnerstag kam dann das Thema auf, ob Therapie zur Zeit hilfreich ist, oder ob es nicht mehr Sinn macht, die Betreuungsstunden (3 Stunden hinfahren, da sein, zurückfahren) anders zu verwenden. Es gibt dazu verschiedene Meinungen / Gedanken:

  • schon vorher hatten wir mit der Betreuung ab und an darüber gesprochen und teils hier geschrieben, dass uns was fehlt und immer wieder das Gefühl es passiert zu wenig. In diesem Zusammenhang hatten wir tatsächlich auch daran gedacht, die Therapie früher zu beenden und die Stunden anders zu nutzen – es war ein Gedankenspiel und komisch als es dann unsere Therapeutin aussprach.
  • durch das Aussprechen ist auch das Denken da, dass sie nicht mehr mit uns arbeiten mag. Das sie keinen Sinn sieht darin mit uns weiter Therapie zu machen. Wir sind zu unfähig.
  • Vielleicht passiert auch zu wenig in der Therapie, weil wir dicht machen, oder weil wir schon auf Abstand gehen, wegen dem Abschied, der kommt. Vielleicht weil wir nicht wissen wie man Abschied nimmt.
  • ich denke nicht, das wir Therapie nicht mehr brauchen. Ich glaube wir brauchen sie sehr. Aber vielleicht ist wirklich was neues dran? Vielleicht haben wir erreicht was wir mit Frau Str. erreichen konnten? Vielleicht erreichen wir aber auch nie mehr egal mit wem?
  • Vielleicht ist es Sinnvoll, den Fokus auf Außenaktivitäten zu richten und in den Stunden (wenn es denn ohne Therapie bei 6 Stunden die Wochen Betreuung bleibt…) hinaus zu gehen in die Welt? Da mir das Angst macht ist es ja vielleicht das wo es lang gehen muss? Heißt doch immer “da wo die Angst ist geht es lang”…. ja, ich spür sie grad, die Angst.
  • Aber was ist mit den Innenaktivitäten?
  • Es wird eh länger dauern bis eine neue Therapie anfangen kann. Alleine wegen der Krankenkasse.
  • Wir haben überlegt mit Urs, ob man nicht sowas wie eine Testzeit machen kann? Frau Str. hat eh bald wieder einen längeren Urlaub, vielleicht ihn schon eher anfangen und ausprobieren wie es ist und sich aber nach dem Urlaub wieder sehen und drüber reden wie es ist.
  • Nur macht das Sinn? Gerade wegen dem “Aus den Augen aus dem Sinn” – werden wir das erleben oder einfach nur wegspalten? Welchen Sinn macht es aus der Beziehung raus zu gehen?
  • Welchen Sinn macht irgendwas? Wenn die Therapie aufhört und am Ende des Jahres die Betreuung vielleicht wechseln muss? Ich weiß, es macht keinen Sinn so zu denken. Nehmen was man kriegen kann. Viel kann noch passieren. Ja ich weiß.

Ich fühle mich verwirrt und das ist mal wieder nur ein kleiner Ausschnitt. Manchmal denke ich, das wir es nie schaffen, ein Leben zu führen in dem wir uns einfach ok fühlen. Manchmal denke ich, dass wir es doch schaffen können. Ich denke, für uns ist das mit dem Fühlen einer der wichtigsten Punkte. Sich trauen zu fühlen, auch das Schwierige. Wir brauchen dazu Menschen, die uns helfen den Fokus auf das Fühlen zu legen. Es wahrzunehmen usw. – ich glaube erst dann kann es mit dem wirklichen Verstehen weitergehen. Man kann das nicht alleine.

Danke das ihr uns immer noch lest :-) und Danke für Eure Kommentare! Das bedeutet uns viel!
Habt einen schönen Sonntag und eine Gute Nacht!

03_schlafmaus

Dienstag, 7. Mai 2013

Gestern und Heute

Heute Mittag aufgewacht und gleich wieder die Stimmung der letzten Tage angezogen. Morgendlicher Rhythmus wurde unterbrochen von einem Anruf unserer Therapeutin. Wir ganz verwirrt Innen, weil wir dachten es ist Wochenende und es muss was passiert sein… Aber sie fragte uns, ob wir heute Abend telefonieren, weil sie hatte uns das angeboten letzten Donnerstag, weil ja dieser ein Feiertag ist und wir haben das tatsächlich vergessen… hätten anrufen sollen, ob wir das wahrnehmen möchten oder nicht. Wir – total durcheinander – und nicht gut zu sprechen auf uns – sagten dann das wir das nicht machen, weil sind ja selber schuld und einfach zu verwirrt, um zu entscheiden. Das hat sie wohl gemerkt und sagte dann, das sie bis Abends um 18 Uhr in der Praxis ist und wenn wir möchten, dann können wir auf dem AB bescheid geben und das alles ok wäre und sie nicht “beleidigt” ist wenn wir wollen oder nicht wollen… Wir haben wohl zu ihr gesagt das sie Cool ist^^
Seifenblasen 4 Danach Medis weiter genommen, da waren wir gerade dabei gewesen und dann wieder das Asthmamittel, ein Kapsel die in so einem Ding gemacht werden muss, dort zerdrückt wird und dann eingeatmet wird – geschluckt statt eingeatmet… echt blöd, aber grad wenn alles durcheinander geht, ist die Gefahr groß das es passiert. Naja, waren gestern bei der Hausärztin und sie hat uns schon ein anderes wieder aufgeschrieben, so das es dann nicht mehr passieren kann. Haben auch gleich Blut gelassen. Sie und eine der Arzthelferinnen sind immer so nett zu uns und man echt das Gefühl, das sie einen gerne sehen :o) Das macht es einfacher und tut auch gut :o)
Die letzten Tage halten wir uns sehr schlecht aus… wenn jemand da ist geht es immer und wir kriegen was gebacken, aber alleine…
Angefangen hatte das, mit der Auseinandersetzung darüber wie die neue Therapeutin sein soll, dann kommt es im Rahmen des Abschied nehmen dazu das wir zurückschauen und sehen wir wir die letzten 20 Jahre und mehr gelebt (überlebt) haben und wie wir Heute (über-) leben. Da gehen viele Gedanken durcheinander und Gefühle und konnten zwischendurch traurig sein auch, was wir aber nicht so lange aushalten. Und dann kippt es immer wieder und es kommt Verzweiflung und extreme Unzufriedenheit und es ist schwer zu denken, das es sich je ändern könnte. So wirklich ändern… nicht nur irgendeine Kleinigkeit die grad mal gut gelaufen ist…
Ist echt schwer da den Selbsthass, der kommt nicht zu pflegen.
werden jetzt erst mal ne Runde spielen oder so und überlegen was wir heute Abend wollen, wegen Therapie, weil auch da irgendwie da ist das wir es nicht verdient haben grad…
Senden Euch liebe Grüße ente23

Sonntag, 28. April 2013

OEG und Therapie

In dieser Woche haben wir mal wieder etwas vom Gericht gehört. Das Gericht hat wieder ein Glaubwürdigkeitsgutachten eingefordert für die Erinnerungen, die wir letztes Jahr dem Gericht mitgeteilt haben.  Es bestellte die selbe Gutachterin, die uns vor 8 oder 9 Jahren begutachtet hat. Sie hat nach Aktenlage begutachtet und herausgekommen ist, das, was nicht anders zu erwarten war, sie bezweifelt wieder unsere Glaubwürdigkeit. Sie schreibt in etwa, dass die Erinnerungen auch induziert sein können, beeinflusst von der stationären und ambulanten Therapie und von Büchern die wahrscheinlich gelesen wurden… bla bla…. Es ist frustrierend. Das Gericht fragte nun an, ob wir das Verfahren einstellen wollen. Nein, wollen wir nicht! Nach bald 10 Jahren wollen wir nicht mehr aufgeben – das alles hätte ja gar keinen Sinn gehabt dann und die Energie, die es brauchte würde verpuffen ohne irgendwas zu bewirken. Also nein, das geht nicht, wir machen weiter so lange wir Leben und das sind wohl noch so einige Jahre – sollen die doch Urteilen und sich auseinandersetzen wenigstens – aufgeben tun wir nicht! Unsere Anwältin unterstützt uns da gut und klang auch so, als wenn sie das auf jeden Fall weiter machen will! Sie schreibt jetzt dem Gericht und schlägt wieder ein Psychiatrisches Gutachten vor, dieses war ja eigentlich auch mal angedacht vom Gericht, aber nicht weiterverfolgt worden. Wir können jetzt wieder nur warten.
Opferentschädigungsgesetz heißt es – ein OpferBEschädigungsgesetz ist es!
Was die Therapie angeht ist es jetzt so, dass es jetzt sicher ist, dass unsere Therapeutin zum Ende des Jahres aufhört. Unsere Therapie endet zum Juli und danach kann unsere Therapeutin noch bis Ende des Jahres als Ärztin uns begleiten. Das ist jetzt gut das es klar ist. Sie sagte das wir dann wohl schon nach einem Jahr (also Juli 2014) wieder eine Therapie beantragen können.
Jetzt müssen wir eine neue Therapeutin suchen, weil die Wartezeiten auch sehr lang sein können. Es ist klar das es so sein muss, aber es fällt uns schwer es jetzt wirklich anzugehen. Wieder bei jemanden neu anzufangen. Es nützt nichts, wir brauchen die Hilfe und wenn wir weiter wollen geht es nur mit guter Traumatherapie.
Das mit dem Abschied nehmen ist noch schwieriger. Da kann ich gar nicht wirklich hindenken. Irgendwie laufen die Dinge grad alle sehr getrennt, als hätten die Ebenen nichts miteinander zu tun. Haben sie aber.
Heute haben wir den Tag verschlafen und wieder mit Migräne zu tun gehabt – Nachts ist es dann wieder gut und ich mag gar nicht richtig schlafen gehen. Tun wir aber jetzt!
blume40Wir wünschen Euch einen schönen Sonntag!blume40