Posts mit dem Label Familie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Familie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 18. September 2014

Migränetag

Der Mittwoch war ein Migränetag. Wir kennen die Migräne in verschiedenen Schweregraden oder unterschiedlich in der Wahrnehmung. Heute war es nah und schmerzhaft. So, dass wir fast nur im Bett waren und geschlafen haben - zum Glück schlafen wir meist wirklich ein, wenn es so schlimm ist. 6 Paracetamol wurden eingenommen und ich bin nicht mal sicher, ob die wirklich eine Wirkung hatten, aber man versucht eben alles. Es gibt ja auch Migränetabletten, nur sind die meist teurer. Haben auch mal welche verschrieben bekommen, aber die wirkten nicht. Solche Tabletten soll man ja auch meistens nehmen, wenn die Migräne noch im Anfangsstadium ist, das fällt uns schwer, weil es ja sein kann, das wir sie nicht brauchen und alles aushaltbar bleibt. Ich finde es schwierig zu entscheiden.

Am Abend war es dann überstanden. Die Erschöpfung bleibt, aber auch eine Erleichterung. Dann bemerkte ich, das es der Geburtstag der Mutter ist. 63 wäre sie geworden.

Es ist erstaunlich, weil ich an diesem Tag so gar nicht daran gedacht habe. Anderen Inneren war es wohl näher.

Auch Migräne hat bei uns keinen Zusammenhang mit dem Wetter.

Abends brachte uns Mieke eine warme Suppe - ganz in echt und lecker :-) Das tat gut!

Freitag, 14. März 2014

Es ist der Schrecken

Es ist der Schrecken
der verschieden Innen wirkt.
Eingeatmet
und irgendwie vergessen, wieder auszuatmen.
Ein Warten
auf das was doch einfach noch kommen
muss!
Weil... weil...
das geht so nicht.
Vielleicht...
wenn wir einfach weiter warten.
Ja, warten!
Vorbereitet sein!
Vorsichtig ertrinken Worte.
Gefragt.
Gesagt!?
Gelogen?!
Geglaubt!?
Verboten!?
Schlimm!?
Was noch?
viel mehr...
Nein!
...blubb blubb...
Besser nicht ausatmen
wie denn auch?
Es ist der Schrecken!

Montag, 20. Januar 2014

Dissoziieren kann hilfreich sein...

Heute (Sonntag) Migränetag. Tagsüber ging es noch und die Tabletten haben zumindest wieder etwas gedämpft. Haben mit Mieke Abendbrot gegessen und 1:1 war der Spielstand heute ;o) Abends wurden die Schmerzen immer stärker. Irgendwann riefen die Delphine an und leider mussten wir das Gespräch bald doch abbrechen, weil nichts mehr ging (Menno...) Da wars dann so, das mit Übelkeit und Schmerz ein Zustand erreicht war, der nur noch zuließ ins Bett zu gehen. Zum Glück sind wir schnell eingeschlafen.

Haben geträumt:
Ich war wohl in einer Klinik und bin grade wieder "nach Hause" (zu den Eltern) gekommen. Sie sind in ein neues Haus gezogen - es war riesig und irgendwie auch sowas wie eine Kirche. Ich gehe in mein Zimmer und schaue nach den Vögeln, ich habe 2 - jeweils im eigenen Käfig - ein Vogel war neu und der andere schon lange da. Sie wurden in der ganzen Zeit nicht gepflegt, bekamen kein Futter und kein Trinken. Der ältere Vogel war daran gewöhnt, aber der jüngere der sah sehr verhungert aus und ausgetrocknet. der Schnabel war richtig zerknittert. Ich gebe den Vögeln erst mal schnell Wasser und dann stelle ich fest, das kein Futter zu Hause ist. Mich will keiner in die Stadt fahren, um Futter zu holen und ich überlege was Vögel noch essen dürfen. Will im Internet nachschauen, doch als ich den Laptop nehme, funktioniert er nicht, weil mein Bruder da irgendwas kaputt gemacht hat. Er zeigt mir was er getan hat und ich kann tatsächlich reparieren.   Ich sehe wie die Eltern den Wohn- und Essbereich umstellen. Ein riesiger Saal mit vielen Tischen, Stühlen und Bänken. Sie räumen alles zusammen und schieben Wände drumherum, so das ein runder Tisch mit Stühlen stehen bleibt für uns. Dann ist plötzlich die Familie da, die vorher da gewohnt hat. Die Kinder laufen los und spielen. Ich gehe ihnen hinterher. Ein langer Gang und ich sehe sowas wie einen Vorraum, in dem ein Trampolin in den Boden eingelassen ist, wo die Kinder herumspringen. Ein Junge kommt mir entgegen und ich frage ihn, ob es in diesem Teil des Hauses eine Toilette gibt. Er zeigt mir eine, aber das ist eine öffentliche und sie ist total versifft - hat so einen Spülkasten, der oben unter Decke hängt und aus ihm läuft ständig Wasser. Ich will das sofort dem Vater sagen, weil es ja auch viel Geld kostet, wenn dort ständig Wasser fließt.
An der Stelle weckt mich das Telefon. Ich sage kurz, das ich schon geschlafen habe wegen der Migräne und wir sagen ganz Kurz "Gute Nacht". Ich döse noch was und irgendwann geht schlafen nicht mehr. Gegen kurz nach Eins stehe ich auf und bin befreit von den Schmerzen - also vor einer guten Stunde. Erleichtert und erschöpft. Ich weiß den Traum noch so deutlich, dass ich ihn aufschreiben mag. Ich träume immer mal wieder davon, dass Tiere bei uns Hungern und keine Nahrung für sie da ist. Meistens sind es Hunde, aber manchmal auch andere Tiere, so wie Heute die Vögel. Ich erinnere nicht wie es früher in Echt war.

Mit Mieke am Nachmittag haben wir etwas gesprochen über die finanzielle Situation. Die Verzweiflung war so sehr nah und irgendwie auch vermischt, weil wir ja schon immer Arm waren. Nie war genug Geld da - früher auch, weil der Vater Spielsüchtig war. Es ist auch eher so, das es vielleicht niemals wirklich anders sein wird. Meistens kann ich das gut dissoziieren und lasse das, was es mit uns macht nicht zu. Es nützt ja auch nichts. Aber heute Nachmittag war da diese riesige trostlose Verzweiflung. Es tat richtig körperlich weh. Ich versuchte mich wieder in den Griff zu kriegen, weil es einfach so unaushaltbar sich anfühlt und irgendwann ging es wieder. Naja das dafür später die Migräne so massiv wurde, steht bestimmt im Zusammenhang. Ich kann das meistens nicht, da so drüber reden, geschweige denn die Gefühle dazu wahrnehmen - eher wegschieben - man kann es ja eh nicht ändern. Ich kann alles tausendmal unfair finden - es ändert nichts. Wenn ich das, was es mit uns macht, immer wahrnehmen müsste, dann würde ich nicht mehr Leben. Das weiß ich genau - immer wieder, wenn es so nah ist wie heute Nachmittag. Es ist sehr materiell Gedacht, aber es geht ja auch nicht um Luxus, sondern um ganz alltägliche Notwendigkeiten. Und ja, manchmal auch um Luxusgüter, die ich und wir einfach auch gerne hätten. Wäre ich eine Einsiedlerin, die in einer Höhle lebt und mit Meditation glücklich wäre - wunderbar. Bin ich aber nicht.Wir leben hier und unter Euch und wir können nur dissoziieren und nicht Meditieren. Das kann verdammt weh tun, wenn man vergisst zu dissoziieren. Ok, genug dazu.

Zu guter Letzt, möchten wir Euch noch einen Link empfehlen auf der Seite der Mädchenmannschaft (klick) - dort geht es um einen Poetry -Slam-Beitrag. Ich empfehle beides anzuhören und sich eine Meinung zu bilden. Wir finden den umgeschriebenen/gesprochenen Beitrag von Nadia (umgeschrieben) und Charlott (gesprochen) sehr gelungen und irgendwie auch deutlich befreiender - toll und Danke!

So, und nun wünsche ich uns und Euch eine möglichst gute Woche!


Donnerstag, 10. Oktober 2013

Sammelsurium oder so

In ein paar Stunden sitzen wir bei der Zahnärztin. Es wird ein Abdruck für eine Schiene gemacht. Wir haben Angst davor, Angst das Zähne oder Teile mit herausgerissen werden, wie Oona es vor einiger Zeit in ihrem Blog geschrieben hat. Aber unsere Zahnärztin hat gezeigt das das Zeug was man in de Mund bekommt gar nicht so hart wird und flexibel bleibt über Stunden. Man muss das auch nur kurz im Mund haben. Ich will positiv denken, aber es gelingt nur mäßig. Um 8:00 Uhr holt Mai uns ab.

Eigentlich hätten wir bis heute den Laptop wiederhaben sollen. Es ist nur die Festplatte. Aber die haben nicht angerufen und als wir wieder daran gedacht haben, war es leider zu spät. Die haben auch nur immer an 14:30 Uhr geöffnet. Hoffe wir denken morgen daran und das wir ihn morgen auch wieder bekommen. Dann geht die Installiererei wieder los. Wie schön, wenn das fertig ist! Dieser jetzt macht manchmal was gut mit und dann geht plötzlich nichts mehr. Mal kann man Mails angucken, mal dauert das öffnen ne halbe Stunde. Oder man muss von vorne Anfangen. Wenn das mit dem OEG mal klappt bekommt sie von uns einen neuen Laptop geschenkt.... mich macht dieser öfters Wahnsinnig... Und ich mache nicht mal ein Drittel damit wie sonst.
Die Zeit vergeht trotzdem, aber mit einem noch stärkerem Gefühl der Isoliertheit und Unproduktivität. Dennoch sind wir sehr froh, nicht ganz ohne Laptop dazustehen.

Mai hat uns am Montag gesagt, dass sie und Urs sehr mitkriegen, wie schwer es uns zur Zeit fällt Entscheidungen zu treffen. Wir kämpfen dann sehr mit uns. Mai und Urs sind da dann wohl oft in Versuchung uns die Entscheidung abzunehmen, naja - sie tun es nicht, weil wir ja selber entscheiden wollen und müssen. Aber sie unterstützen sehr und helfen bei dem hin und her und wiederholen die Möglichkeiten und so weiter und so fort. Bei dem Nachfragen und fragen und fragen und sagen und sagen und sagen schwirrt uns der Kopf, aber es ist ein Weg grad einigermaßen zentriert zu sein, auch wenn es anstrengend ist. Anstrengend motiviert zu bleiben und nicht alle zum Mond zu schießen und nichts mehr zu machen.

Das es so schwer ist mit dem Entscheiden, ist mir nicht bewusst gewesen, bis Mai das sagte. Es ist nicht nur das Entscheiden, was schwerer geworden ist. Wir versuchen eher herauszufinden, was unser Gegenüber meint, mag, will und dem zu entsprechen wieder, als herauszufinden was wir wollen. Mai und Urs versuchen zu helfen, das wir bei uns ankommen, irgendwie so. Ich weiß, das es gut ist und gewollt wird, aber es ist schwer. Wir sind auch sonst viel unsicherer. Heute beim Kochen ist mir das sehr aufgefallen. Mieke war dabei und obwohl wir eigentlich können was wir wollten, waren wir so verunsichert, das Schweißausbrüche kamen und ich merkte das die Tränen ganz nah öfter waren und das Gefühl, alles falsch zu machen. Es brauchte noch eine Weile, bis ich wieder so ganz da war. Ich konnte adäquat reagieren, aber fühlte das alles sehr doll und war eben ganz unsicher. Dabei war Mieke ganz lieb und es bestand absolut kein realer Grund in der Situation.

Das Zeitgefühl ist total durcheinander. Ist ja nicht neu, aber schon stärker, weil zu dem September ist kein Gefühl und jetzt ist es Oktober - hmm - irgendwie bin ich noch im August. Dabei ist es Kalt und es wird früh Dunkel. Ich kriege da keinen Bezug zu hin. Wurde mir jemand klar machen das Februar ist würd ich es auch glauben. Es ist einfach das Gefühl dafür noch weniger ein Gefühl zu haben. Irgendwie so.

Wir haben in der Nacht mit der Ahnentafel (ein oder zwei Blogeinträge vorher) auch festgestellt das unsere Oma letztes Jahr gestorben ist. Zumindest denken wir, dass sie es war. Eine Todesanzeige haben wir gefunden. und manches daran passt auf das, was wir wissen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß. Ich weiß das wir früher oft in den Ferien bei ihr und dem Opa (Vaters Seite) waren - glaub etwa bis 14 oder 16?. Irgendwie hat es was ganz irreales. Ich weiß nicht ob wir traurig sind? Wir hatten oft überlegt, eines Tages mit Mieke noch mal zu ihr zu fahren. Aber es kam nicht soweit und jetzt ist auch das vorbei. Wahrscheinlich wäre es auch nicht gut gewesen. vor 22 Jahren oder länger, wollte sie aktiv nichts hören. Und der Opa sagte das wir besser gestorben wären (nach einem Suizidversuch), weil mit so was wie uns hätte man sein Leben lang Stress. Naja - sowas vergessen wir leicht, wenn wir möchten das wir zur Familie gehören. Dennoch... ich glaub da ist sowas wie Traurigkeit.

Die Nächte sind auch wieder oft sehr lang. Nicht selten wird es 4 bis 5 Uhr oder später. Heute wohl auch wieder. Vielleicht können wir noch 2 Stunden oder so schlafen? Morgen späten Nachmittag haben wir Therapie (am Telephon) - auch das liegt gefühlt schon Monate weit weg.

Ich würde gerne wissen was Innen durcheinander gekommen ist.

Montag, 7. Oktober 2013

Alles stimmt und nichts

Mit der Ergo werd ich weiter probieren. Vielleicht kann es gut werden. Vielleicht ist Angst nicht angemessen? Ich werde sehen.

Mache zwar weniger mit dem geliehenen Laptop, leider hat das nicht zur Folge das dafür in anderen Bereichen vielleicht mehr geht. Es fehlt mir, meine Programme zu haben, meine Tools. Parallel machen zu können, mal hier mal da und immer so wie es grad geht. Jetzt muss mehr - wenn was geht - der Reihe nach gemacht werden und bestimmtes dauert manchmal so lang, dass man fast den Bezug verliert zu dem was man machen wollte. Es ist einfach ein ganz anderes Sein und ich bin froh, wenn wieder mehr geht! Ich hoffe morgen mehr zu erfahren.

In der letzten Nacht kamen wir über eine Werbung auf die Idee nach dem Mädchennamen der Mutter zu googeln. Über die Familie Mütterlicherseits weiß ich kaum was. Tja, tatsächlich war fast ganz oben in der Suche eine Seite, wo jemand eine Ahnentafel erstellt hat und dieser ist wohl tatsächlich ein Großcousin. Die Ahnentafel enthält viele Namen und Daten der Toten Familienmitglieder. So viele. Sogar meine Mutter hat dort einen Platz gefunden. Wohl durch ihre Schwester, die den Kontakt zur Familie hat und meine Patentante ist. Der  Mann, der die Ahnentafel macht hat auch einen anderen Blog und da gab es ein paar Bilder - übrigens auch auf der Ahnentafel. Auch ein Konfirmationsbild der Mutter und ihrer Mutter.
So viel Familie haben wir eigentlich. Auf beiden Seiten sind es wirklich viele. Der Wunsch dazu zu gehören ist natürlich sehr groß, aber mir ist klar das es so nicht gehen wird. Das Thema (sexuelle) Gewalt ist etwas, womit niemand was zu tun haben will und noch weniger mit den Folgen. Mit Schweigen und Funktionieren hätten wir eine große Familie und viel Hilfe und Kontakt, da bin ich sicher.

Zur Zeit kann ich mich gar nicht einschätzen. Es läuft mehr oder weniger was laufen muss. Aber einen Bezug hab ich nicht oder kann ihn nicht halten. In Wellen ist es schwierig bis sehr schwierig. Aber auch da ist nicht so der Bezug. Ich versuche irgendwie den Bezug nicht ganz zu verlieren und hoffe dieses Ganze, wie es seit Wochen sich entwickelt, macht irgendwann einen guten Sinn. Sehen oder Wahrnehmen kann ich es nicht, aber ich versuche so was wie daran Glauben. Ich hoffe auch, das "irgendwann" nicht so weit weg ist.

Es ist schwer zu beschreiben was ist. Auf einer Ebene kann im Kontakt sogar alles ok und gut sein. Alles stimmt und nichts. So ist es.

Wir wünschen allen eine wundergute Woche!

Freitag, 4. Oktober 2013

Schoko wäre jetzt gut...

Gestern gab es noch eine gute Wendung. Unsere Helferinnen haben festgestellt, das wir schon länger hätten keine Raten zahlen müssen an das Sozialamt und somit jetzt Geld zurückbekommen und die monatlichen Raten wegfallen. Cool! Das heißt wir können uns um den Laptop kümmern und um eine Lesebrille! Es wird gerade geprüft, ob nur die Festplatte kaputt ist, was sehr wahrscheinlich ist. Wenn das zutrifft, dann kaufen wir nur eine neue Festplatte und nutzen XP erst noch weiter. Unser Laptop ist von Agando und wir haben uns den damals selber zusammengestellt, die Komponenten sind noch nicht so schlecht und wir waren ja auch zufrieden bis darauf, dass er immer abstürzte und das hängt wohl mit dem Festplattenfehler zusammen. So werden wir ihn hoffentlich noch eine weile nutzen können - vielleicht ja so lange, bis das mit dem OEG entschieden wird. Auch das Graphiktablett können wir so weiter nutzen. Wenn wir dann erst mal alles wieder Installiert haben. Das machen wir selber, weil können wir ja und kostet nur extra sonst. Vielleicht kriegen wir den Laptop also Dienstag oder Mittwoch wieder. *hoff*

Die Stimmung ist sehr labil. Heute Nacht (Mittwoch auf Donnerstag) war schon immer beim Aufwachen Migräne da und sie begleitet uns in Schüben durch den Tag. Bewegen geht fast nicht, weil sich der Kopf gleich bemerkbar macht. Auch wenn ich denke, das es passt, das sie da ist, hoffe ich, dass sie nicht bleibt. Nicht noch so eine Woche...

Denken viel an Essen. Morgen (Freitag) Einkaufen und der Einkaufszettel ist schon fertig. Am liebsten hätten wir wohl einen LKW voll mit Schoko und allem was so gemocht wird. Dieser Drang war diese Woche sehr stark da und schwer auszuhalten. Ich bin sicher, würden wir alleine raus gehen, dann hätten wir einige Essanfälle gehabt. Auch hier schützt das nicht rausgehen...

Ich weiß nicht warum, aber unsere Gedanken wandern immer wieder zu einer "Geschichte" die Su erzählt hat. Sie wollte eine Beispiel nehmen, was verdeutlicht, welche Gefühle da sind, wenn man auf was wartet. Sie erzählte von einem Kind das sich auf seinen Geburtstag freut - auf alles was damit zusammenhängt und letztlich vergessen die Eltern den Geburtstag. Es ging darum was fühlt das Kind und was wird aus dem Kind, wenn das immer wieder passiert. Eigentlich Denken wir gar nicht weiter, glaub ich, nur in Wiederholungsschleife an die Worte, die gesagt wurden. Ich erinnere keinen Kindergeburtstag - warum?

Dazu waren die Träume wieder echt blöd. Zum Schluss gab es ein Stück Traum, wo ich den Vater sah, wie er ziemlich schlecht aussieht. Mir wird von jemanden erzählt, das er es an der Arbeit sehr schwer hat, weil sich herum  gesprochen hat, das er seiner Tochter und ihrer Freundin was getan hat. Der Vater der Freundin hat das weitererzählt. Er wurde sehr gequält von den Arbeitskollegen. Ich bin entsetzt, als ich das gehört habe. Er tut mir Leid. Und ich habe gleich Angst - was wenn ich gelogen habe und alles nicht stimmt?????? Mir fällt ein, das er schon Rentner ist, was mich etwas erleichtert. Nach dem Aufwachen hielten sich die Ängste noch eine Weile. Viele Gedankenschleifen auch hier... Große Zweifel an allem. Wurde uns Gewalt angetan? Gibt es ein uns? Ich versuchte uns abzulenken und auch die Migräne lenkt ab. Aber schlafen mag ich grad nicht wirklich gerne...

Ich schaffe es nicht zu Denken, darüber nachzudenken was wir wollen und was gut oder nicht gut ist.  In Bezug auf die Therapie oder wegen der Ergotherapie. Ich möchte mich in Luft auflösen. 

Dazwischen die Gedanken wegen dem Schwerbehindertenausweis. Wir schreiben jetzt selber einen Widerspruch und müssen noch zu allen Ärzten und so und die sollen noch mal schreiben und bestätigen was alles ist. Das wird dann wahrscheinlich wieder abgelehnt und dann kommt unsere Anwältin dazu und kann über Prozesskostenbeihilfe dann für uns tätig werden.

Wegen dem OEG ist der neueste Stand, dass es im April 2 Urteile gab, durch die Gutachten jetzt anders bewertet werden müssen, bei Menschen mit sexueller Gewalterfahrung in der Kindheit. Das heißt für uns jetzt das wir noch einmal ein Glaubwürdigkeitsgutachten und ein neurologisch- psychiatrisches - Gutachten über uns ergehen lassen müssen. Was viele Ängste auslöst und eben auch alle Zweifel näher lässt. Werden wir diesesmal Erlebnisbezogen Erzählen können? Wohl nicht. Damals durfte niemand bei dem Gutachten, was 3 Stunden etwa dauerte dabei sein... ich hoffe sehr das diesesmal jemand dabei sein kann/darf. Muss das noch mal schauen, wenn ich unseren Laptop wieder habe, was da unsere Recht ist. Irgendwas erinnere ich von einem Beistand... mal sehen.

Ich vermisse es bei euch vorbei zu schauen... mal sehen, wir haben ja viel Zeit und ob wir die Tage doch versuchen mal zu schauen bei Euch. Uns fehlt das sehr... auch das wir nicht mehr ständig wissen ob eine neue Mail da ist und mal eben dieses und jenes tun... Es gehört ganz klar zu unserem Leben. Zwar geht realer Kontakt immer vor, aber wir sind ja meistens alleine hier und da fehlt ihr uns schon sehr. Auch Malen und so geht ja jetzt nicht am PC. Aber ist ja nicht mehr lange.... :o) Hoffen wir sehr!

Liebe Grüße senden wir zu Euch und morgen Antworten wir auf Eure lieben Kommentare!


Samstag, 31. August 2013

ich weiß keinen Titel.

Es muss aufhören.

Ich muss reden. Wir müssen reden. Am besten miteinander, leider weiß ich immer noch nicht wie das geht bei uns. Dann wenigstens mit dem Außen, es gibt zu viel im Innen was uns ausbremst und schweigend macht, aber es wird kritisch und ist so nicht haltbar. Es geht so nicht weiter! Der Glaube, das was gut werden kann wird zu klein.

Den vorherigen Absatz geschrieben vor ein paar Stunden und wie durch Zauberei ist alle Not gedämpft und kaum noch greifbar. Dieser Mechanismus, der immer und immer wieder funktioniert mich stumm macht, weil ich nicht mehr weiß, was eigentlich ist und war und ob denn nun wirklich was schlimm ist. Ich stelle mich an – vielleicht. Aber ich weiß, lange hält dieser Zustand nicht. Versuche dennoch zu schreiben. Solche und ähnliche Mechanismen sind hier sehr am wirken. Sie verhindern ein durchdrehen, aber sie verhindern auch Leben. Zudem wird ja doch durch kleinste Trigger wieder unsere Welt und unser sein in Verzweiflung gestürzt. Das scheint grad sehr schnell zu gehen.

Seit der Selbstverletzung ist das Thema Schuld in all seinen Facetten, in Bezug auf die Familie, nicht mehr ständig zu nah. Zudem ist der Zustand des Wartens in eine Gewohnheit gerutscht. Manchmal von dem Wunsch durchbrochen nachzufragen – vielleicht wurde vergessen uns bescheid zu geben, dass er doch noch weiterleben wird? Noch schaffe ich nicht nachzufragen. Die Angst Innerer, er wird extra auf unseren Geburtstag sterben, hat sich nicht bestätigt. Gut! Mit den Besuchen bei der Ärztin, der extra Zeit durch die Betreuung …. da wurde irgendwie verfestigt, dass es “jetzt auch mal gut sein muss”! Ich versuche dagegen an zu gehen, versuche Wege offen zu halten, aber es ist hartnäckig. Vieles bleibt in diesem Netz hängen und klebt fest. Nah genug es zu spüren, klebrig genug, um nicht nach außen zu kommen. Nahrung suchend. Zeichen, Hinweise, die bestätigen, dass wir zu viel sind. Meist nicht mehr wissend, ob es echt ist oder konstruiert von uns. Klebrig eben.

Die Therapie geht jetzt wirklich zu Ende. Wir haben jetzt abgemacht, dass wir bis Dezember noch 4 Termine haben, zum Abschied nehmen. Wir wollten in dem Termin diese Verabredung treffen. Aber wir wollten auch über das Warum reden. jedenfalls mehr oder weniger, weil auch die Angst war, dass es nach hinten losgehen kann. Eigentlich geschah  nichts. Sie hat viel vorweg genommen. Hat gesagt das sie es schon lange spürte, dass was brodelt, aber weil wir ja schon soweit sind, warten wollte bis wir von uns aus darüber reden. Das es ok ist und Menschen manchmal für eine Phase Begleiterin sind und dann es auch ok ist, wenn es zu Ende geht. Das sie ihre stärken hat und ihre “schwächen” und das es jetzt passt auch das wir uns jemanden neues suchen, die vielleicht forscher vorgeht und das sie das was sie uns gegeben hat und geben kann jetzt eben nicht mehr reicht. Es wurde noch mehr gesagt, aber das fällt mir alles nicht mehr ein. Nach dem reden war bei uns die Luft raus. Gefühlt hätten wir gehen können in dem Moment. Sie hat vieles gesagt, was im Ergebnis dem nahe kommt, was wir gesagt hätten, nur das es an nichts festgemacht wurde. Es ist passiert was oft passiert. Jemand ist verständlich, auf gewisse Weise entgegenkommend. Wir sind Dankbar und schuldig, weil zwar alles stimmt und doch die Hälfte fehlt. Wir wissen dann nicht mehr ob es wichtig ist, was wir sagen wollten. Glauben das unser gegenüber es wahrscheinlich auch nicht hören will und wir haben ja schließlich auch schon was bekommen. Wir schweigen. Vielleicht ist es gerade durch das Vaterthema auch noch empfindlicher alles innen? Da sowas aber keinen gefühlten Raum mehr in der Therapie hat ist es irgendwie einfach verunsichernd alles. Sie sagte, dass wir vielleicht auch gerade mehr die Betreuung brauchen als Therapie, aber auch das sie weiß, das Therapie wichtig wieder ist. Für uns ist es so, das wir Therapie wirklich sehr brauchen würden. Sehr sogar. Aber das es nicht mehr passt und ja auch keine neue Therapeutin da ist. Wir haben eine scheiß Angst davor ohne Therapie da zu stehen. Und Angst uns nicht mehr einlassen zu können auf jemanden. Und doch das Wissen, das es trotzdem versucht wird. Einfach weil es muss. Ich versuche rational zu sein, aber es macht einfach auch viel.

Vorheriges wurde Mittwochnacht geschrieben – seit dem geht schreiben wieder nicht gut. Ich möchte, aber …. egal, wird schon weiter gehen. Ist alles ziemlich wechselhaft hier.

mandala aug13

Wir möchten euch ein wundergutes Wochenende wünschen mit Sonne im Herzen.

Samstag, 10. August 2013

Vater die 2. (vielleicht triggernd)

Diese Warten … warten auf eine Email… warten ob er gestorben ist oder doch weiterleben wird. Ich denke, man sollte doch in so einer Situation nicht alleine sein, man sollte mit seiner Familie zusammen sein und darüber sprechen. Erinnerungen, Befürchtungen austauschen. Sich gegenseitig Trost geben und zusammen schweigen. Lachen und weinen. Ich stelle es mir so vor, weil ich es aus Filmen so kenne. In der Realität ist es unvorstellbar. In der Realität sitze ich da wie immer. Nur das ich mich grad wie ein Fass fühle. Innen ist vieles und ich hindere alles daran loszulaufen. Ich bin Fass und mein Material ist stabil. Ich weine nicht und nur weniges von Innen schafft es nach Außen zu kommen. Es ist Anstrengend. Immer mal wieder spüre ich eine Träne im Augenwinkel und die Traurigkeit ist stärker als sonst. Aber zwischendurch kommt auch der Sarkasmus, Ängste, verschiedenes wollen, brauchen, müssen, denken. Manche Momente, wo alles wieder weit weg erscheint und gar kein Bezug ist. All das ist nicht meins. Ich Kontrolliere, dass nichts zu stark wird und ich glaube auch von Innen wird Kontrolliert. Ich bin stoisch. Nehme es wie es kommt und Rahme es ein. Wer Innen Entscheidet was wie stark mich erreicht, weiß ich nicht. Nur das es nicht gelingt, das mich nichts erreicht. Manchmal habe ich Angst, das ich es nicht halten kann. Das ich mich woanders wiederfinde oder durchdrehe, verrückt werde. Aber wird mir wieder genommen. Ein Fass was man Füllen kann mit allem und es auch wieder Leeren kann.
Wie kann es sein, dass nach so vielen Jahren, diese Information soviel auslösen kann? In manchen Momenten fühlt es sich an, als hätten wir gestern noch Kontakt zu dem Vater gehabt. Heute wachte ich auf und hatte auf den Lippen “Papa can you hear me? Papa can you find me?” (Barbra Streisand *klick*) – kitschiger geht es nicht und es trieb mich aus dem Bett. Es passt, er sagte immer Gott gibt es nicht, er sei Gott. Ob er das immer noch denkt?
Am Donnerstag (ist das wirklich schon wieder 2 Tage her?) haben wir Mai direkt ne Sms geschrieben und sie kam auch gleich Nachmittags. Bis dahin war klar, das wir hinfahren müssen zum Vater. Zum Bruder, seiner Frau und Kindern. Da sein. Aus vielen verschieden Motivationen heraus. Mai war hart. Hart in der Realität. Sie hinterfragte konsequent Motivationen und schmückte “was wäre wenn” aus. Benannte vergangene Realitäten und fragte was ist dann? Wie ist es bei uns, wenn wir dahinfahren? Wie ist die Gewichtung – ist es so, das 5% Traurig sind und 95% in der Psychiatrie landen oder ist es umgekehrt? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, das er etwas sagt, von dem was wir hören wollen würden? Unser jetziges Innenbild von ihm ist 20 Jahre alt. Wollen wir aktuelle Bilder, Worte, Verletzungen? Können wir das Tragen? Wo ist der Schutz? Sicherheit? Wie war das bei der Mutter? Ich weiß nicht mehr viel davon wie es bei der Mutter war. Nur das der letzte Besuch im Krankenhaus Verletzungen mit sich brachte. Das sie nicht anders war. Zu der Zeit gab es niemanden, die uns geholfen hat uns zu schützen. Unsere Freundinnen waren da (zum Glück) – aber sie hatten das Wissen nicht und selbst das Viele sein war da noch kein Thema. Heute ist das anders. Mai und Urs sind erreichbar und da. Obwohl kein Regulärer Termin war und wir grad vorher mit Urs 3 stunden unterwegs waren, wegen der Therapie – so ist Mai trotzdem gekommen und hat hinterher sogar noch Cooper (ein Hund) geholt und ist noch ein bisschen mit uns raus gegangen. Wir haben das Angebot Mailen, simsen, anrufen oder chatten zu können und auch wenn wir das meist nur hinkriegen, wenn etwas technisches geregelt werden muss, so ist es da, das Angebot. Ich bin grad nicht sicher, aber ich glaube, wir haben das Donnerstag zum ersten mal so in Anspruch genommen. Und es ist immer noch komisch, das Mai da war. Ohne das wären wir wohl jetzt in der Früherstadt. Wir wären vielleicht auch in der Früherpsychiatrie, sie ist im selben Gebäude.
Ich habe entschieden, das wir nicht hinfahren. Allen Abers zum Trotz, weil es Vernünftig ist. Das wir hinfahren, wenn er gestorben ist, um zu sehen ob er wirklich tot ist. Bis dahin versuche ich nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren. Versuche zu halten und auszuhalten. Versuche mich abzulenken. Nachher kommt Mieke und wir werden zusammen was Essen. Vielleicht schaffe ich etwas noch Abzuwaschen – zumindest das, was wir benutzen müssen wieder.
Wir warten weiter.

Freitag, 9. August 2013

Vater (kann Triggern!!)

traurigtrostchaos

Als wir gestern Mittag von der Therapie nach Hause kamen, wollten wir noch kurz Mails gucken und eine Runde spielen und dann erst mal schlafen legen. Es kam anders. Wir hatten eine Mail von unserer Nichte im Namen von unserem Bruder, seiner Frau und unserem Neffen. Der Vater liegt im Krankenhaus, das Herz. Es besteht die Möglichkeit, dass er sterben wird. Er ist 67 Jahre alt.

Ich fühle mich (?) nicht, aber Innen ist verschiedenes. Wir haben ihn über 20 Jahre nicht gesehen.

Vater?
gehst du jetzt?
Wo bist du?
Was hast du getan?
Verfaulen wirst du!
ich weiß das macht dir Angst!
Warte ich komme,
Du musst mich doch heile machen.
Sagen was es wieder gut macht.
Verzeih mir,
ich bin böse.
Vermisst du mich?
Hast mich vergessen?
Ich hab dir doch alles gesagt.
Verrecke langsam!
Ich hab Angst.
Ich will zu dir.
Du gehst nicht tot.
Ich wollte doch bei dir sein!
Du weißt warum.
Warum sagen die sowas?
Wir müssen zu dir kommen!
Die lassen mich nicht.
Ich will lieb sein.
Holst du mich?
Traurig kalt leer schuldig fern und nah
Tausend Gedanken
mein Kopf tut weh.
zuviel
und
nichts.

Freitag, 12. Juli 2013

Manchmal…

untertisch… kommt es wie aus dem Nichts, eine Welle von Schuld und Trauer.
So geschehen wieder Heute, bald nach dem Aufwachen.
Diese Traurigkeit, das wir die Eltern verlassen haben.
Das der Vater da ohne uns ist und die Mutter alleine gestorben ist.
Das wir Schuld sind, wenn sie Einsam sind und waren.
Das sie nie was böses getan haben und alles Lüge ist.
Schuld und so sehr traurig.

Diese Welle überschwemmt für einen langen Augenblick alles. Für eine Zeit weiß ich dann nicht mehr was wahr ist und krame in meinem Gehirn nach den passenden Verbindungen. Nach und nach fällt mir wieder ein, das wir Gründe haben. Das auch das wenige Wissen, das ich besitze ausreicht. Ich Zweifel dann noch ein wenig und muss es dann so sehen, als wäre es einem anderen Kind passiert, damit ich weiß, das es schlimm genug ist. Ich kann es dann etwas trennen, denn diese Gefühle und Gedanken oben kommen von Inneren Kindern, die vielleicht gutes mit den Eltern erlebt haben, sie können nicht verstehen und wollen nicht glauben. Wie kann man damit umgehen? Ich hoffe Innen ist jemand, der/die sich um diese Kinder kümmert. Ich wünschte es wäre von Außen ein Zugang zu diesen Kindern, dass sie reden könnten, weinen und verstehen vielleicht. Aber ich weiß nicht wie das geht.

Diese Welle ist nicht mehr so hoch und schwappt so nebenbei immer wieder leicht an mich ran. Irgendwann vorhin dachte ich über das “Warum jetzt?” nach und mir ist eingefallen, das der Vater gestern Geburtstag hatte. Er ist jetzt 67 Jahre alt. Es ist komisch, ich habe überhaupt nicht an den Geburtstag gedacht und doch haben Innere das so im Blick….

Vielleicht gibt es eines Tages Trost für diese Kinder.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Geben, Nehmen, Denken, Fühlen

Glocke buntUnsere Teilnahme an der Blogparade zum Thema Wünschen (hier der Link) hat nochmal so ein bisschen was bewusst gemacht.
Einmal war es echt schwer die Wünsche aufzuschreiben. Die Wertigkeit festzulegen, was würde man mit 1.000 € kaufen was erst mit 100.000 €? Was muss sein, was wäre cool, was wollen wirklich… auch nach dem Schreiben gingen Innen noch viele Gedanken dazu umher. Dieses und jenes wurde vergessen und eigentlich wäre es doch besser wenn…. und das Sozialamt würde uns das Geld eh wieder wegnehmen….. Wir warten jetzt schon fast 10 Jahre auf einen unanfechtbaren Urteilsspruch wegen dem OEG. Das sind eben auch 10 Jahre, in denen wir oft uns oft ausmalen was wir mit dem Geld machen können. Geld was uns zusteht und wo nicht das Sozialamt oder sonst wer zugriff hat. Eine Rückzahlung – in 10 Jahren ist das einiges an Geld. Diese Aussicht ist für uns die einzige reale Möglichkeit jemals an eine größere Summe Geld zu kommen. So wird sehr häufig gedacht und gesagt: “Wenn wir mal Geld haben dann…”. Dabei ist klar, das wir auch damit rechnen müssen, das wir nicht als ehemaliges Opfer anerkannt werden. Es liegt beim Gericht.

Also das Denken begleitet uns lange schon, das Aufschreiben ist noch mal sehr anders… und macht auch noch mal deutlicher wie Bedürftig wir uns fühlen. Ich schreibe fühlen, weil wir Real alles haben was notwendig ist. Jedenfalls für das wie es ist, unser Leben. Wir kennen das gut so und haben fast nie anders gelebt. Auch nicht in unserer Kindheit. Zwar haben beide Elternteile immer gearbeitet, aber es wurde ein Haus gebaut und er war Spielsüchtig. So spielte “Geld nicht haben” immer eine große Rolle in unserem leben. Bekommen was man wirklich wollte geschah, soweit ich weiß, fast nie. Sonderangebote und Notwendiges was selten gefiel, wo aber Dankbarkeit immer sehr erwartet wurde, auch Wochenlang einem vorgehalten wurde das man ja was bekommen hat. Geschenke die man selber machte, gefielen insbesondere der Mutter nie. Es war nie genug und nie das Richtige. Es wundert mich nicht, dass einige Innere mit Geschenken nicht gut umgehen können. Da ist fast überwältigende Freude, neben großem Misstrauen und sogar Angst, neben “haben wir nicht verdient” und so weiter…

Nach 21 Jahren, von denen wir 11 Jahre zusammengelebt haben können wir inzwischen von Mieke Geschenke annehmen. Wir können uns freuen (ich glaube von einige Inneren ist zumindest ein tolerieren da). Allerdings auch nur bis zu einem bestimmten Rahmen, wenn es aus verschiedensten Gründen zu viel wird, dann müssen wir auch Mieke stoppen. Das alles hat ja auch mit der eigenen Wertigkeit zu tun. Mit Schuld und Bedürfnissen, Geben und Nehmen (dürfen, wollen, können). Und so vielem, was ich noch gar nicht weiß, weil es zu anderen Inneren gehört. Mieke hat uns erleben lassen, das man seinen Geburtstag schön gestalten kann und Geschenke bekommt die schön sind und das alles Freude machen kann und das es für uns alles passiert an diesem Tag. Da durften wir viel lernen und dennoch ist noch Heute dieser Tag immer wieder schwierig.

Im letzten Jahr hatten wir eine Geburtstagsüberraschung mit der wir nicht gerechnet haben. Bei der lieben Christa J. haben wir bei einer Verlosung gewonnen und ein sehr schönes Wichtelpäckchen bekommen. Und wir haben ein richtig großes Paket mit wirklich vielen schönen Sachen in der Weihnachtszeit bekommen. Alles Drei geistert bis heute noch innen herum. Immer noch wird hinterfragt, gestaunt und gefreut, gefragt und und und… bei dem Paket liefen beim Auspacken Tränen, der Überwältigung. Gerade die Innenkinder freuen sich am meisten und können es am wenigsten glauben. Alles war von Menschen, die uns nichts schenken müssen, die es taten, weil sie es wollten, bis heute konnten wir nichts Geben. Das Denken ist da, aber wir schaffen es nicht und naja, für Christa wollten wir immer ein Dankeposting schreiben, was wir nie geschafft haben und noch heute wird überlegt, wie man es doch noch machen könnte. Mir ist bewusst, das es Dinge sind, die für die meisten Menschen normal sind und nur wenige werden sich so lange in der Art damit beschäftigen. Wir haben nicht mal alle der Geschenke benutzt bisher, weil – ich weiß nicht richtig warum… weil sie dann den Zauber verlieren? Sich in Luft auflösen? Ich weiß es grad wirklich nicht, aber ich denke Innere werden es eher wissen als ich. Dafür weiß ich zu wenig von den Inneren. Aber bei allem was es schwierig macht, ist auch Freude da. Manches ist notwendig es immer wieder angucken zu können. So hängen Luftballons mit Miekes Puste drinnen immer noch an der Küchentür. Wir brauchen oft für alles ganz lange. Manchmal geht es aber auch ganz leicht und ist einfach nur schön. So ganz weiß ich nicht wann was ist.

Manchmal wissen wir nicht warum wir was bekommen. Warum kauft uns jemand ein Eis auch wenn wir nicht Geburtstag haben und es keinen erkennbaren Grund gibt? Was steckt dahinter? Wie können wir was zurückgeben? Das haben wir uns nicht verdient….

All diese Erfahrungen bewirken, das Innere eine Ahnung bekommen davon, dass man ihnen was Gutes geben will. Vielleicht nur weil sie da sind. Vielleicht ohne das dafür was erwartet wird. Andere sind immer in der Schuld, weil sie dafür was geben möchten. Einige fangen (vielleicht?) an sich “als es Wert” zu betrachten. Andere denken langsam von selber an eine Belohnung nach etwas “geschafften”. Manche verdrängen einfach weg was sie nicht wahrnehmen und glauben wollen, andere wollen selber für die Bestrafung sorgen. Es ist leicht, schwer, schlimm, schön. Und ich weiß, dass ich noch am Anfang bin alles zu verstehen und wahrzunehmen. Aber ich habe eine Ahnung von *es könnte gut werden*.

Und mit diesen Worten versuche ich dann auch mal schlafen zu gehen.

Montag, 27. Mai 2013

Das Wochenende und Verwandte

wink Jetzt haben wir doch noch ein wenig am Blog verändert, aber ich glaube es gefällt mir besser so, auch wenn es uns schwer fällt weiter weg zu gehen vom Orange.

Freitag Nacht haben wir auf Facebook irgendwie Cousinen und Cousins von uns gefunden und das obwohl der Nachname der Familie recht häufig ist. Aber die Vornamen und so passen, so das ich sehr sicher bin, das sie es sind. Vielleicht sogar noch mehr Verwandte, nur das ich sie nicht (mehr) kenne. Wir haben schon öfter geschaut, aber nie jemanden gefunden. Jetzt sitz ich da und weiß nicht was ich damit machen will. Einerseits würden wir sie gerne anschreiben, aber was sollen wir sagen? Und wie wird überhaupt in der Familie über uns geredet? Oder wurden wir schlicht vergessen? Wir hätten gerne eine Cousine angeschrieben um Kontakt mit ihrer Schwester zu bekommen. Die Schwester ist ein Jahr Älter als wir und war immer mit uns das älteste Enkelkind. Mit ihr hatten wir öfter Kontakt, aber sie sehen wir nicht auf FB. Aber was würden wir wollen? (Ehrlich reden und wissen was die wissen und was sie selber erlebt haben) DAS tut man aber nicht. Und wir? Schon unsere Nichte, die jetzt 21 Jahre alt ist, haben wir mit diesem nicht offen sein können weggedrückt….

In der Nacht zum Samstag dann richtig blöd geträumt. Aufgewacht und total überreizt gewesen. Ängstlich und dauernd hat uns eine Fliege richtig sehr erschreckt. Wollten da gestern zu schreiben, aber ging nichts und nur wieder das Konzentrieren auf Design und Technisches und so…. wie ein Rettungsanker, nur das keine Gefahr wirklich war. Glaub aber, das es mit dem finden der Verwandten zu tun hatte.

Heute ging der Tag ganz gut. Haben ein bisschen was geschafft. (Lassen das Denken an die Verwandten grad ruhen wieder) Aufgeschrieben was wir tun wollen und manches abhaken können :o) Merke: Aufschreiben kann helfen!

Ansonsten war es sehr ruhig das Wochenende, wir haben einiges bei Euch nachlesen können.

Wir wünschen allen eine schöne Woche! Sonne im Herzen und vielleicht und hoffentlich auch am Himmel, sichtbar und spürbar :o)

Freitag, 18. Januar 2013

kurz noch geschrieben…

Vieles wird gedacht. Es ist sogar recht zielgerichtet im Moment. Dazu schreiben wir am WE noch mehr, denk ich. Die Therapie war gut. Fühlt sich auch so an wie “es geht weiter”.
Manchmal vermissen wir sowas wie Familie. Menschen, die einen von klein auf kennen. Aber wir haben keine Kontakte. Wir haben uns und Freundinnen. Und gute Menschen die uns helfen im Alltag, sie werden bezahlt, aber wir müssen das nicht Denken. Allermeist.
Es ist ok. Nur manchmal macht es traurig, das darf aber sein.
Morgen gehen wir mit Urs einkaufen. Dann Wochenende. Wieder.

Wir wünschen allen ein wundergutes Wochenende!
481Wochenenende

Dienstag, 16. Oktober 2012

Zum Todestag der Mutter

mutter1

Heute, Montag, ist die Mutter 8 Jahre schon tot. Vielleicht fragt ihr euch warum wir hier darüber schreiben? Es ist wichtig für uns. Noch immer ist nicht allen Innen klar, das die Mutter tot ist. Und Abschied nehmen ist auch noch nicht wirklich passiert. Ich selber habe keinen besonderen Bezug zur Mutter. Allerdings weiß ich einiges über sie und über das Verschiedene was sie Auslöst. Einschließlich, der bis heute anhaltenden Schuldgefühle.
Ich muss dazu sagen die Mutter ist auch Täterin. Sie lebte bis zuletzt neben dem Vater.
Bei allem Gewirr der Gefühle, der verschiedenen Erlebnisse mit ihr, wünschte ich zuallererst, dass die Schuldgefühle weg gingen. Dieses “wir haben sie nicht genug geliebt”, “wir hätten für sie da sein müssen, sie war einsam”, “wir sind schlecht….” und so weiter. Immer wenn Innen jemand nah ist und in diesen Gefühlen steckt und ich sie dann mitbekomme, ist es als würden wir durchdrehen. Ich wüsste nicht wie es aushaltbar wäre, wenn nicht innen wieder jemand dafür sorgen würde, dass ich das nicht so mitbekomme. Es ist sooo schlimm und gehört, glaube ich, eher zu jüngeren Kindern.

Als sie starb, war sie 6 Jahre schon schwer Krank. Sie hatte ein Lungenemphysem. Sie hat nichts für ihre Gesundheit getan. Weder Bewegung, noch aufgehört zu Rauchen. Sie saß überwiegend auf ihrem Sofa, alleine und sah Fern. Wir hatten zuvor 6 Jahre keinen Kontakt mit ihr. Haben den Kontakt aufgenommen, weil wir erfahren haben das sie Todkrank ist. Dann brauchte sie aber eben noch diese weiteren 6 Jahre um zu sterben. Der Kontakt mit ihr war sehr schwer und meistens mit erneuten Verletzungen einhergegangen. Zum Ende schafften wir es nicht mehr ans Telefon zu gehen, wenn sie anrief (Schuldig!).
Unser Bruder rief uns Abends an und sagte das Mama gestorben ist – ich glaube er sagte eingeschlafen. Am nächsten Tag erfuhr ich, dass die Mutter abgeholt wurde und anonym Beerdigt werden sollte. Nicht einmal eine Trauerfeier gab es. Tot und weg. (Schuldig!) Keine Zeitungsanzeige, nichts. So einsam wie sie war, starb sie auch. Bekam sie was ihr zustand? Was bedeutet eine solche Form des Abschieds für die, die zurückbleiben? Die Enkelkinder?
Wir wussten sehr schnell das wir eine Form des Abschieds brauchen und riefen die Bestatter an. Die Frau schien fast erleichtert, das jemand zu unserer Mutter will. Für uns wurde sie halbwegs “nett” aufgebahrt. Am nächsten Tag führen wir mit Mieke und KiSch in Richtung Kindheit. Wir sahen sie noch einmal. (Übrigens war mir da auch noch gar nicht bewusst, das wir Viele sind) sie sah ganz anders aus, dieses weiße Kleid… sehr unheimlich, aber ich berührte sie auch. Sie war tot. Es war ziemlich schlimm dieser Tag. Der Ort, wo wir zur Schule gegangen sind und einiges anderes was noch dazu kam. Einfach zu viel um wirklich was zu begreifen. Trauer? Ich weiß es nicht.
In diesem Jahr fange ich an über dieses Erleben zu schreiben. Dem Erleben einen Raum zu geben. Nicht nur die Jahrestage abzusitzen und zu hoffen, dass sie vorbei gehen mögen.
Ich hoffe, das es nicht zu viel zum lesen ist für euch – aber es gehört dazu. Zu uns.
Danke für das Lesen!

Montag, 17. September 2012

Verschwommen

mandala2

Heute zumindest Wäsche gewaschen… eigentlich wollte ich mehr tun, aber es ging einfach nicht. Gestern hatten wir Migränetag wieder, echt blöd! Wenn es dann weg ist – gestern gegen Abend – dann ist es immer eine erleichternde Erschöpfung. War das letzten Samstag nicht auch? Früher hatten wir oft meist am Wochenende Migräne.
Morgen hat unsere Mutter Geburtstag. Sie wäre 61 Jahre alt geworden. 2003, also mit 52 ist sie gestorben, sie hatte ein Lungenemphysem. Wir hatten kaum Kontakt. Wenn, dann über das Telefon. Sechs Jahre lag sie im sterben. Wir hatten den Kontakt zu ihr wieder aufgenommen, weil wir erfuhren das sie Totkrank war. Es war nicht gut in Kontakt gewesen zu sein. Immer wieder Verletzungen. Es war bei ihr nicht so, dass sie sich vor dem Tot “besonnen” oder so hat. Wir haben sie vorher einmal in der Klinik besucht, weil es da schon hieß, das sie stirbt. Selbst dort war sie Verletzend und sogar sexualisiert. Obwohl eine Freundin von uns mit war, die sie gar nicht kannte.
Sie ist Jung gestorben und alleine, obwohl der Vater im Haus war. Oder grad deswegen?
Zum Geburtstag konnten wir ihr nie was Recht machen. Aber es wurde immer wieder probiert. Sie ist tot und ich weiß nicht ob das Innen alle wissen. Ein Gefühlsbrei der schwindelig macht. Und lähmt?
Und grad morgen müssen wir Früh aufstehen, zur Bestrahlung der Hände und dann zur Zahnärztin. Es ist viel Druck da. Weiß noch nicht ob ich es halten kann, bis wir schlafen gehen. Und Morgen? Vielleicht nehme ich ein Medikament, ich mag einfach nichts mitkriegen. Weiß auch nicht.
schaem
Manchmal will ich mich nur Verstecken.
garten.jpg
Habt eine schöne Woche! Und Danke das Ihr uns hier besucht herzFlagge