Donnerstag, 31. Oktober 2013

Willkürlich verwirrt

Wir haben eine Email von unserer Therapeutin bekommen. Sie war fleißig für uns und hat für den Schwerbehinderten Ausweiß was geschrieben. Wir sind total Dankbar und haben ein schlechtes Gewissen. Ich glaube vor den Herbstferien (wie lang das her ist kann ich grad nicht fassen) hatten wir mit ihr ein Therapietelefonat und es war gut. Sie hatte dann eine Woche urlaub und wir wollten eigentlich überlegen, ob wir doch mehr Therapie noch machen vor dem Ende. Ich weiß, dass wir das wollten und kriege es nicht hin mich zu melden. Durch die Mail ist es grad ein bisschen greifbarer wieder, aber wissen was wir wollen ist nicht da. Ich schaff den Anschluss nicht. Und obwohl ich weiß, das es bald keinen Sinn mehr macht, weil ist ja bald Dezember, können wir es dennoch nicht halten und greifen. Das ist grad bei vielem so. Zeiten vergehen und es gibt kaum ein Gefühl dazu, weniger als wie es schon war. Es ist irgendwie so Willkürlich.

Ich höre immer mal wieder das Denken von Innen “ich geh (vielleicht) tot” oder “ich will aber nur ein bisschen tot gehen” – das ist mir vertraut, aber zur Zeit ist das öfter am Tag da und ich würde gerne wissen was es bedeutet. Es klingt, als wenn es von jemanden jüngeren Alters kommt. Immer dieses “geh tot” – fühlt sich nicht so nach Suizidal an sondern eher nach einer Befürchtung oder Erwartung. Ich glaube zur Zeit ist das öfter da als sonst. Ich hoffe das Innen jemand ist der/die beruhigen kann. Obwohl ich das hier schreibe, denke ich dennoch, dass ich spinne, mir das Einbilde, was wiederum auslöst “nicht schon wieder diese Schiene…..” – Ich denke ja selber das ich langsam darüber hinaus sein sollte, dass Viele sein anzuzweifeln, aber die Zweifel tauchen immer mal wieder auf. Vielleicht sind es ja auch nicht meine Zweifel? Ob andere Viele – Menschen immer genau wissen, was ihre Gedanken / Gefühle / Wissen ist oder was zu anderen Inneren gehört? Mich verwirrt das oft. Manchmal weiß ich genau das etwas nicht zu mir ghört, bei vielem wo ich dachte es ist meines stellte ich aber auch schon fest, das es nicht so war. Sehr verwirrend und meist etwas was ich hin nehme.

Morgen – also eigentlich Heute – kochen wir mit Mieke. Lecker wird es bestimmt! Essen ist auch grad so ne Sache… hat schon besser geklappt.

Habt einen schönen Donnerstag!

(fällt es euch auch oft so schwer einen Titel für das Post zu finden?)

Kommentare:

  1. Manchmal schreibe ich erst einmal meinen Text und im Zuge des Schreibens kommt mir eine Idee für den Posttitel. Manchmal finde ich den gelungen und ein anderes Mal denke ich: nun ja :O)

    **
    Hm..... ich bin nicht "Viele", aber ich muss oft genau hinhören, ob da alten "Stimmen" und "Überzeugungen" im Inneren am schwatzen sind. Wenn es was Schmerzhaftes ist, was meine Gedanken mir erzählen, dann weiß ich: es ist falsch. (Also das gilt nun nur für mich!) Beispiel: Wenn ich plötzlich der Überzeugung bin, dass ich strohdumm bin und nie wieder einen Job finde, dann rufe ich "Halt". Ich spüre die Verzweiflung und den Schmerz, den diese Gedanken auslösen. Rein nur die Gedanken. Die machen die Gefühle.
    Doch ein anderer Teil von mir kann erkennen: Das ist nicht die Wahrheit. Weil es nicht die Wahrheit ist löst es bei mir Schmerzen aus.

    Ich hoffe, dass meine Worte nicht verwirren.

    Nicht im Geringsten kann ich mir vorstellen wie es ist Viele zu sein.

    Ganz viele gute Gedanken sendet euch
    Oona

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    1. Wir schreiben fast immer erst den Text und wenn wir nicht was wissen schauen wir auf die Worte und bilden was aus dem Text. Aber gelungen^^ auch "naja" sag :o)

      Ja was Du beschreibst kenne ich auch gut. Verwirren tuen Deine Gedanken nicht.
      Wenn ich etwas denke, dann kann ich es auch beeinflussen, bewusst machen und ähnliches. Wenn es aber nicht meine Gedanken und Gefühle sind, dann kann ich das nicht verändern. Dann ist es wirklich als wenn du die Gedanken, Gefühle oder Worte von einer Freundin in dir erlebst - manchmal können Worte von außen oder meine Worte / Gedanken etwas verändern, so wie du vielleicht mit einer Freundin redest und bei ihr etwas bewirkst. Manchmal macht auch nur eine andere Innenperson weg was da ist - das es mich nicht so erreicht - filtert, was bei mir ankommt. Das ist jetzt sehr einfach ausgedrückt und ist noch vielschichtiger, als ich es hier schreiben kann jetzt.

      JedeR von uns hat ihre eigenen Gedanken und Gefühle, Erinnerungen, alten Muster - steckt da mehr oder weniger drin und alles in verschiedenen Altersstufen. Darum ist es so wichtig, dass alle von uns die Chance bekommen zu lernen im Heute zu leben.

      Dennoch bin ich Dankbar für das was du schreibst, weil es mir hilft, mich erinnert wie ich mit etwas umgehen kann und die Möglichkeit ist auch da, das andere mitlesen und auch für sich drüber nachdenken.

      Hoffe es ist verständlich geschrieben - ist ja nicht so einfach zu erklären.

      Ganz liebe Grüße senden wir zu dir

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  2. Wie gut ich das auch kenne wenn ich mehr weis jetzt meine und dann wieder den kopfschüttle wenns doch mal wieder anders ist und es ärgert mich dass es wieder wie früher ist... Es ist halt da und weist du ich finde das so gut wie du es beschreibst auch all das andere in deinem Posting heute es hat sich was verändert das wirkt auf mich sehr gut. Ja , hinter fragen warum wird diese zwei Worte immer wieder gesagt und wenn du da dran bleibst wirst du immer mehr das Wissen bekommen dass es nicht von dir kommt und später auch zu der Person hin zu fügen zu können, nun ich weis auch heute nicht immer wer und was da geredet bei mir aber es macht mir keine Angst mehr, weil ich weis jemand anders sorgt für sie wenn was ist oder ich Frage nach ob denn in Ordnung ist!
    Guter Weg finde ich... und mit der Therapeutin mhm ist da nicht der Schmerz sie noch mal so zu erleben vielleicht und dann lieber keine reaktion haben sprech von uns wie wir das machen.. warum was aufreisen bei euch wenn es mit ihr zu ende geht mit den Therapiestunden meinte ich aber..
    Verstehst du was ich meine oder ihr?
    Lieben Gruss Sandra

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    1. Ja, es ist gut das ich denken kann, dass es innen vielleicht und hoffentlich welche gibt, die sich kümmer. Vielleicht weiß ich auch irgendwann "wer und warum".

      Ja, ich denke das kann ein Grund sein, warum wir nicht hinkriegen ihr (Therapeutin) zu schreiben. Wollte es heute tun und ging noch nicht... mal sehen....

      Danke und einen ganz lieben Gruß

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  3. "Ich denke ja selber das ich langsam darüber hinaus sein sollte, dass Viele sein anzuzweifeln, aber die Zweifel tauchen immer mal wieder auf."

    Ob das jemals aufhört dieser Gedanke? Kenne ich Selbst nur viel zu gut - immer wieder mal. Das scheint "arttypsich" zu sein - und streng genommen - bist da NUR DU oder NUR ICH - die anderen, sind letztendlich ICH... aber wie soll man es sonst anders begreifbar machen... immerhin sind die anderen schon sehr real... eigenständig und doch letztendlich sind sie ICH... aber wer bin ich... ähmmm ja verwirrend drüber nachzudenken.

    Vg.

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    1. Grins... ja sehr verwirrend und in solche Gedankenstrudel kann ich mich auch immer wunderbar reinbringen ;o) Glaub erstmal muss ich das getrennt sein begreifen, bevor wir zum "zusammenich" hindenken...

      Liebe Grüße senden wir zu euch

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  4. ich überlege mir gerade ob ich nur Eine bin. Vermutlich steckt mehr in mir ... ich habe mich halt für eine Vorrangige entschieden. Die anderen sind bestimmt auch noch da ... hoffentlich ... denn sie würden mir fehlen. Ich denke an meine verschiedenen Gedanken und Gefühle. Ich fahre da oft mehrgleisig - und wenn ich ehrlich bin - finde ich das auch toll.

    ganz liebe Grüße von Heidi-Trollspecht

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    1. Ja das ist ja auch toll! Eine Bewegung in der Psychologie ist ja auch dahin, das jeder Mensch verschiedene Persönlichkeitsanteile hat, also weg von dem _einen_ Ich - genutzt auch in der Ego-State-Therapie. Sehr spannend, finde ich. Dieses ist noch anders als die Innenpersonen bei DIS. Ich denke hier haben die einzelnen Personen - jede für sich auch diese Persönlichkeitsanteile.

      Es ist schon spannend auch irgendwie alles.

      Liebe Grüße von uns

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