Mittwoch, 15. Mai 2013

Ohne Tränenfluss

Weiß auch nicht was zur Zeit los ist… Ist kein guter Blogeintrag, vielleicht Triggert er auch. Tut es euch nicht an zu lesen!
Seit 2 oder 3 Wochen oder länger (?) sind sehr viele Nächte wieder sehr lang, so das man oft erst ab 4 Uhr oder später sich hinlegen kann – ob wir früh aufstehen oder nicht macht da keinen Unterschied. Ich kann sehen was Gutes ist. Ich lese Eure lieben Kommentare und höre andere liebe und gute Dinge von anderen lieben Menschen um uns herum. Ich versuche mich auf Themen einzulassen und irgendwie zu machen was man mache muss und was ja auch gut ist. Aber wir rutschen ständig wieder weit weg von dem was gut ist. Ich will das nicht, aber ich kann positives Denken nicht halten.Das Gefühl und die Gedanken der Sinnlosigkeit machen sich breit. Ich kann vieles was außerhalb von uns ist als schön wahrnehmen, aber alles was mit uns zu tun hat ist Sinnlos. Dieses wie wir leben, wie die vergangenen Jahre waren und die ganzen Einschränkungen. Diese Blockaden und verdammten Ängste. Ich mag nicht mehr.
sternenschnecke Es ist auch das Gefühl, dass wir an nichts mal wirklich arbeiten, alles geschieht irgendwie. Wenn ich überlege an was will ich in der Betreuung oder in der Therapie arbeiten, was wäre dran grad – ich weiß es fast nie. Stattdessen wird, nicht selten, blockiert und irgendwas gemacht, gesagt – damit was weiß ich nicht auffällt. Wenn ich überlegen will, was wichtig ist, dann ist der Kopf leer und wenn dann nichts passiert und Betreuung oder Therapie vorbei ist, dann bin ich unzufrieden oder gar verzweifelt, traurig und oder allein. Und wieder ne Woche oder was weiß ich warten. Ich nerve mich selber und verzweifel an mir. Ich habe gute Hilfen und könnte sie nutzen, aber ich tus nicht, schon gar nicht, wenn es scheiße geht. Ich habe das Gefühl, das manchmal kurz aufregende Sachen passieren, um mich bei Laune zu halten oder so, aber wirklich passiert nichts – verändert sich nichts. Und es klingt als wären andere schuld, aber ich bin es, die nicht lebt und nichts tut. Ich bin es die ihren Körper weiter ruiniert und ich bin es die diesen Status quo aufrechterhält. Ich weiß, würde ich so reden wie ich grad schreibe, dann würden andere sagen, dass so viel war in den vergangenen Monaten – Bewegung und Gutes – aber auch in den letzten Monaten habe ich mich kaum Bewegt und sitze die meiste Zeit des Tages hier alleine vor dem PC und krieg nichts hin. Es ist schwer, dem was die meiste Zeit des Tages ausmacht keine Bedeutung zu geben.
Denke da kann auch niemand von außen irgendwas machen, weil ichichich es machen muss. Ich muß reden, fühlen, handeln, leben. Das ist so frustrierend. Auch wenn dieses ich ein wir ist, so muss doch ich es tun, denn von Innen kommt dazu nichts. Ich bin es die den Tag hier verbringt. Vielleicht ist es ja auch nur ein Vermeidungstanz, immer nur zu denken, dass was von Innen kommen muss, dass sie mich blockieren. Vielleicht bin ich es selber alles und nur ich kann es ändern. Selbst wenn das nicht so ist, muss ich was tun, denn ich halte es so immer weniger aus.
Alle Hilfsangebote scheinen mir grad zu wenig, jedenfalls für das wie ich sie genutzt kriege. Mein Gefühl ist mich wieder mal entscheiden zu müssen. Entscheiden wie es weitergehen kann. Nicht irgendwie sondern richtig weiter, richtige Schritte. Es ist alles so Paradox. Das Gefühl ist mehr Hilfe denn je zu brauchen und doch ist das Gefühl nichts kann Helfen, nur ich mir selber. Habe die Worte nicht dafür. Aber wenn z.B. Mai am Montag da ist und ich nichts gesagt kriege, weil ich nicht wusste was – dann wird irgendwas gemacht und hinterher ist es schlimmer wie wenn niemand da gewesen wäre. Nur weil ich tu was ich tu. Nichts oder bestenfalls das was grad nötig oder angemessen ist. Vielleicht wäre es gut wenn grad gar nichts wäre, wenn ich mich suhlen kann im Leid bis ich implodiere oder so was und etwas geschieht, weil etwas geschehen muss.
Dieses Denken hat uns dazu gebracht diese Woche zum ersten mal die Therapie abzusagen. Gewählt die Worte so, dass wir wussten Frau St. stimmt dem zu und fragt nicht weiter. So ist Therapie erst in 2 Wochen wieder, denn nächste Woche fällt regulär aus. Es geht mir nicht gut damit und dennoch erscheint es richtig und logisch. Und etwas will alles absagen, aber mir ist auch klar, das es nichts bringt. Oder? Donnerstag kommt Urs wegen Einkaufen und dann ist erst wieder nächsten Dienstag ein Arzttermin. Dann werden wir in 12 Tagen einmal für 1-2 Stunden draußen sein (wegen Feiertage und weil wir Montag nichts gemacht haben). Nicht weil wir Gefangene sind und was verbrochen haben, sondern nur weil wir es nicht tun. Wir tun es einfach nicht. Unfassbar!
Zwischendurch werde ich von Traurigkeit und Verzweiflung überschwemmt. Und ich kann nicht mal weinen.
Würde mich so gerne mal ausweinen. Geht das, sich leer weinen? Vielleicht gäbe es dann Platz für anderes.
Jetzt ist es halb Sieben Uhr Morgens. Vielleicht kann ich mich ja gleich noch etwas hinlegen.
Hinlegen hab ich nicht lang ausgehalten, die Gedanken lassen keine Ruhe zu.
Inzwischen ist es 14:30 Uhr der Körper ist übermüdet aber dafür ist die Stimmung und das Denken etwas leichter – so irgendwie fast egal. Haben noch Gefrühstückt mit Mieke, das war ganz schön! Ich muss öfter “Schnick Schnack Schnuck” spielen, damit die Hand weiß was sie tun will^^
Die tage war wieder sehr der Wunsch nach einem Hund da, aber wir haben das durchdacht und mit Mai auch noch mal geredet am Montag und wir schaffen das einfach Finanziell nicht. Kommen so ja kaum klar. Das fängt schon an mit der Anschaffung, Erstausstattung, Tierarzt, Versicherung, Hundesteuer und dieser blöde Hundeführerschein. Das geht alles einfach nicht – sogar wir bräuchten noch Bekleidung, um bei jedem Wetter raus zu können… das ist so so so sehr blöd :-(
Stattdessen haben wir geschaut ob wir die Internetseite von einer neuen Tagesstätte für Psychisch Kranke hier vor Ort finden. Gefunden, aber sie ist noch im Aufbau und gibt nichts her. Wir überlegen uns die jetzt wirklich mal anzusehen, ob es vielleicht in Frage kommt, um wieder mehr raus zu kommen. Weiß nur noch nicht, ob das geht und gleichzeitig die Stundenzahl der ambulanten Betreuung beizubehalten. Naja und ob es überhaupt was ist? Eigentlich will ich sowas nicht, aber ich weiß nicht weiter grad.

Kommentare:

  1. Das kenne ich so gut diese Stasis. Was will ich und wo bin ich eigentlich- was gibts was will ich- ist da ein Wille? Bin ich überhaupt? Und dann obendrauf der Druck, der Zwang zu wollen und die Innens die mir sagen ich wäre so scheiße, dass alles sowieso sinnlos ist was ich will und möchte und fühle und bin.

    Ich weiß nicht was ich dann immer so genau mache. Eigentlich nämlich gar nichts. Ich sitze dann auch immer so rum und warte bis es wieder vorbei ist. Das ist aber Gutes: es geht immer vorbei.

    Wenn ein Hund etwas ist, das bei euch etwas bewegt dann geht vielleicht Hundebesuch oder sowas? Vielleicht habt ihr ein Tierheim oder so, wo ihr Hunde besuchen könnt. Die freuen sich eigentlich immer.

    Vielleicht geht auch wenn ihr Bilder macht mit was ihr geschafft habt oder so, damit es ein bisschen bleibt und nicht so schnell wieder wegflutscht?

    Oder das mach ich auch manchmal, dann spinne ichmir so ein bisschen rum, wie ich was gerne hätte. Wie ich so ein Leben gerne hätte und was ich dann machen würde. Mit ihne Einschränkung. Alles nur so gesponnen, wie wenn die Welt und das Leben alles ganz ganz anders wäre.
    Ist ja dann egal ob das Sinn hat oder nicht ist ja nur gesponnen.

    Viele Grüße

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    1. Hallo ihr Lieben,

      ja, es geht immer wieder vorbei, das ist wirklich das Gute. Da es grad noch nicht richtig vorbei ist könnte ich jetzt mit Tausend und ein Abers kommen... und diesem seit 43 Jahren und so weiter und so fort... aber nützt ja nix. Ich kann das oft auch nicht mehr trennen was ist mein denken und fühlen und was kommt von anderen innen? Unsere Therapeutin sagte auch schon öfter das sie mit so einer Phase rechnet, wenn ein Schritt oder ähnliches gemacht wurde... macht es aber ja auch nicht besser...

      Vonwegen Hund haben wir schon in viele Richtungen überlegt. Vielleicht bloggen wir da mal drüber...
      Manchmal kriegen wir auch Hundebesuch :o) Aber geht ja grad um die viele Zeit, die wir alleine sind... mal sehen.

      Letztens hab ich noch zu irgendjemanden gesagt das wir mal aufschreiben müssen was wir denn geschafft haben, weil ich es einfach nicht mehr weiß meistens und nicht halten kann... sollten das wirklich mal machen jetzt!

      Ach und das "rum spinnen" das ist mir sehr vertraut :o) Was wäre wenn und wie soll es mal sein und vieles bis ins kleinste Detail, übrigens auch oft die Vorstellung was wir hier mit einem Hund machen würden... Ist ja wie Imagination und für das Hirn ist es wie echt was passiert und wirkt auch so. Leider hats auch ne Halbwertszeit^^ die kurz ist.

      Vielen lieben dank für eure Gedanken ☀
      Zumindest heute war die Verzweiflung nicht so sehr schlimm da.

      Herzliche Grüße schicken wir euch

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  2. Das mit dem Hund und dem Tierheim ist mir auch in den Sinn gekommen. Die sind dort (also zumindest bei uns hier) immer dankbar, wenn jemand da ist, der sich mit den Hunden beschäftigt und auch mal spazieren geht. Vielleicht hilft das ja schon so ein bisschen - und zwar allen Beteiligten.

    Alles Liebe,
    Sonja

    PS: Mit dem Thema "Magie" werde ich irgendwie nicht so recht eins ... (aber ich habe nicht vor aufzugeben).

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    1. Ja an Tierheim und so haben wir auch schon gedacht und wäre auch schön.. vielleicht blogge ich wirklich mal über uns und das Thema Hund...

      Und was die Magie betrifft, das ist auch hier noch Thema immer mal. Vielleicht passt auch das Wort nicht und es geht um Seelenmomente? Um Momente wo man sich selber besonders nah kommt (nicht nur im schönen sondern auch im z.B. Traurigen?) oder ...?

      Wir freuen uns das du geschrieben hast und senden dir herzliche Grüße

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  3. Hallo, meine Fresse,das kenn ich gut und einige meiner "Ichs" sind gerade echt erstaunt, dass es auch andere menschen gibt, die das kennen.Ich hab gerade auch- mal wieder- so ne heftige Phase. Über Stunden alles dumpf,dann Verzweiflung und auch mal ein paar Tränen. Und Sinnlosigkeit everywhere...In relativ guten Phasen sag ich mir ja immer, dass da innen wahrscheinlich furchtbar viel passiert so heilmäßig. Wenn ich dann da drin hänge ist da nix von zu merken. Stimmt, bisher ist das immer wieder vorbei gegangen. Momentan kann ich mich kaum erinnern, wann ich das letzte mal länger als 1,2 Std.-mit gefühlten 50 mal hochschrecken):- geschlafen habe. Ich hab gerade echt die Schnauze voll...Gern würd ich Dir/Euch nen tollen Tip geben- und mir erst noch(;-ich hab weiter nichts anzubieten als dass ich das kenne und da auch gerade drin hänge. Ich übe mich im Verständnis für mich haben. Wer weiß, vielleicht hat diese Sinnlosigkeit tatsächlich irgendeinen Sinn.? Liebe Grüße und eine Fernumarmung Stefanie

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  4. Willkommen Stefanie (und alle) hier :o)

    Danke für Deine/Eure Worte!
    Wir hoffen ihr kommt da schnell wieder raus!
    Manchmal hätte ich gerne von jemanden Innen eine Antwort... ich glaub, es hat einen Sinn - aber einen der im Heute nicht mehr greift und hilft... aber bin da auch noch nicht ganz raus, darum grad mal noch nicht zu viel positives denken...

    Seid lieb gegrüßt von uns

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  5. ich rutsche ein bisschen zu dir hin ... wenn ich darf ...

    lieber Gruß von Heidi-Trollspecht

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    1. Du Liebe ♥

      Ja gerne.

      Ganz Liebe Grüße zu Dir

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  6. Es sind einige Tage vergangen .... Geht es Dir besser? LgYafe

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    1. Wir schreiben noch ein Post dazu.

      Danke das Du nachfragst :-)

      Liebe Grüße

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