Sonntag, 22. September 2013

Defizitorientiertes Denken

  So könnte man wohl unser Sein gerade benennen. Schon lange geht das so. Ich begreife nicht mal wie es sein kann, dass der September schon zu Ende geht. Wie vielleicht manche merken, fällt auch das Schreiben schwer. Wenn es so geht verstummen wir eher, weil unsere Negativität wenig Raum für irgendwas Konstruktives lässt. Außerdem versuche ich nicht zu verzweifeln, was irgendwie nur geht, wenn die Gefühle nicht zu nah kommen. Klar, beim Reden oder Schreiben kommen sie näher. Seit letzten Montag wurde ich immer wieder mit Migräne konfrontiert, So lange, jeden Tag, hatte ich das bisher noch nie. Aber es passt auch irgendwie. Ungewöhnlich ist, glaub ich, dass diese Phase schon so lange dauert jetzt und ich nicht so richtig weiß, ob oder wie wir da wieder heraus kommen. So machen wir oder ich einen weiteren Versuch zu Schreiben.

mandalalaDieses defizitorientierte Denken erscheint mir sehr Real. Es macht bewusst, wie wir leben und wie lange schon. Das ist immer wieder sehr schmerzhaft, macht unheimlich traurig und lässt Hoffnung eher wie Hohn aussehen. Es geht um jedes Detail was den Alltag ausmacht, unser So Sein, die äußerlichen Umstände, Träume, die wir mal hatten und verloren sind, unseren (eher nicht vorhandenen) Platz im Leben und in der Gesellschaft. Seit der Migräne, muss ich die Gefühle dazu nicht mehr andauern spüren. So Phasen sind mir nicht ganz Fremd, nur waren sie sehr viel kürzer und auch nicht so auf alles bezogen. Also mehr konzentriert auf einen Problembereich (z.B. Finanzen oder “das nicht raus können”), es konnte irgendwann wieder etwas auf Abstand gebracht werden und anderes fand wieder Raum. Dieses mal will das nicht so richtig gelingen. Gefühlt gibt es nichts was wir nicht schon probiert, gehört, gelesen haben. Das Einzige ist die Sache mit dem Fühlen – besser mit dem Gefühle zeigen. Aber es ist nichts was ich erzwingen kann oder beeinflussen, im Sinne von “es darf sein”. Und würde es was verändern? Oder alles nur schlimmer machen?

Auch wenn es ist wie es ist, versuche ich weiter zu machen. Hoffe auf eine Therapeutin, die vielleicht mit uns unbekannten Methoden arbeitet und neue Wege öffnet. Gehe am Montag zur Anwältin, und hoffe wir können was machen, gegen die Ablehnung des GDB für DIS und die Merkzeichen. Überlege, wie wir mit unserer Fachärztin weiter umgehen können, die in ihrem Schreiben an das Versorgungsamt nicht einmal die Diagnose DIS erwähnt. Versuche herauszufinden wie wir gut Abschiednehmen können von unserer jetzigen Therapeutin. Überlege wie das Angebot eines Orientierungsgespräches bei unserer ehemaligen Kliniktherapeutin angenommen werden kann, ohne das ein Wiedersehen alle ins Chaos stürzt. Nehme Zahnarztbesuche wahr. Machen Dienstag ein Erstgespräch mit unserer Ergotherapeutin in unserer Wohnung. Warte weiter wegen dem OEG und der wahrscheinlichen Gutachten die da noch kommen. Wir können lachen mit Besuch und in Kontakten und uns einlassen, solange es nicht um uns geht ist alles ok. Wenn es um uns geht, müssen wir aufpassen, nicht zu sarkastisch zu werden, oder den Gefühlen zu nah zu kommen.

Wir können uns freuen über kleine Besonderheiten, wenn jemand an uns denkt, uns immer noch mag. Oder auch so wie die Tage, wo wir von unserer Herznachbarin ein nicht mehr gebrauchtes Graphiktablet geschenkt bekommen haben – was wir hoffentlich ganz bald ausprobieren werden!

All das mache ich trotzdem weiter, weil wenn ich es nicht tue, dann gibt es nicht mal die Scheinhoffnung. Aber ob es Sinn machen wird – das glauben wir wohl nicht wirklich mehr.

aber vielleicht….?

Kommentare:

  1. Schreiben auf muntern,durch halten, von wahre Hoffnung, nicht aufgeben und so vieles nein ich schicke euch einen Herzensdenkende an euch allen grosses Kraftpaket!

    Liebe Gruss Mondgucker

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    1. Vielen lieben Dank :-)

      Ganz herzliche Grüße

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