Sonntag, 4. Mai 2008

Sonnenschein....


... Jetzt ist der Frühling wirklich da.
Klar finden wir das auch schön, aber wenn man nicht raus kann dann ist es bei Sonnenschein noch schlimmer. Diese Wohnung, 35 m2 - ist mittlerweile ein Gefängnis geworden. Und nur wir sperren uns ein. Ja ich weiß, so einfach ist das auch nicht. Alles hat seine Gründe. (Nerv!) Aber es macht Traurig das man hier so lebt wie man lebt. Es ist schwierig die Hoffnung nicht ganz entschwinden zu lassen - sie immer wieder herbei zu rufen, wobei sich einige wünschen das dieses Drama zum Ende kommt. So oder so. Naja, es geht aber weiter.

Seit einem Jahr wollen wir schon in eine betreute Frauen-WG, ende des Monats ist es jetzt so weit das es bewilligt werden soll - außerdem sollen die Stunden für die Wiedereingliederungshilfe dann wieder erhöht werden. Lange hats gedauert und viel hin und her. Das hat nichts mit Logik zu tun alles. Jetzt bewilligen sie weil sie einfach nicht mehr drum herum kommen. Das heißt dann auch das der Nächste WG-Platz der frei wird dann uns gehört. Oje, dann steht ein Umzug an, davor haben wir echt Angst. An die letzten Umzüge habe ich kaum Erinerungen, aber wir sind ja nicht alleine dann.

DDNOS, DSNNS, DIS, Ego state disorder, Komplexe PTBS ... wie auch immer man es nennt, es ist nichts was sich ein normaler Mensch freiwillig aussucht! So zu Leben hat nichts schönes (ja, klar, es gibt auch schönes!) Am Anfang nach der Diagnose schwankt man mindestens zwischen Erleichterung und totale Ablehnung. Beides nimmt kaum noch Raum ein inzwischen. Es ist einfach nur harte Arbeit... ok, ganz manchmal auch mit guten Situationen verbunden, mit Lachen auch ... ach, alles geschwafel, es hat eben alle facetten!

Die Blumen blühn, die Sonne scheint
und Innen drin da hats geweint
mal Laut mal Leise im Dunklen Raum
weit weg und nah, so wie im Traum
und Außen war man überdreht
versucht das man dies übersteht
doch wie ein Traum im Tag vernetzt
hat dieses Weinen uns verletzt
die Wunden brechen immer auf
im Geheimen nimmts seinen Lauf
noch ist es fern und nicht zu orten
und doch zu finden in unseren Worten.
Die Blumen blühn, die Sonne schien
und Innen drin da hats geschrien.

2 Kommentare:

  1. Hey Anja+,
    ich verstehe Euch total gut, stehe ich doch selbst gerade an einem solchen Punkt. Umzug und Diagnose...
    Meinen Umzug habe ich vor knapp vier Wochen geschafft, und jetzt kommt die große Welle von Innen... Panik, Wut, Trauer, Unsicherheit... schwer auszuhalten... aber noch schwerer ist es, wenn die Leute nicht verstehen (wollen), was mit einem los ist, wie man eigentlich denkt, fühlt, erlebt... man selbst kann es nur schwer erklären und zweifelt selbst so oft.
    Aber bleibt stark! Es gibt Menschen, die können sehen und verstehen, Menschen, die wollen helfen, und dieses Gefühl ist sooooo gut und wertvoll! Es ist das Ansehen und Sortieren, was mich an meine Grenzen bringt, aber eben auch weiter. Verstanden und angenommen werden gibt mir die Kraft, den Weg weiter zu gehen. Es lohnt sich auf jeden Fall!!

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  2. Hallo Sunny,
    Ja, ich denke und hoffe auch das es sich lohnt!
    Bei uns ist es zum Glück so das wir ein paar Menschen haben die uns schon lange begleiten, welche die selber Betroffen sind und auch nicht betroffene.
    Ansehen und sortieren - da muss ich grad dran denken das ich vor ein Paar Nächten ständig vom "Suchen und Ersetzen" geträumt habe - ich glaube das hängt beides zusammen. Alte Überzeugungen zu erstzen... ist nicht einfach.
    Ich hoffe das Du/ihr euch bald wohl fühlen könnt im neuen zu Hause!
    Liebe Grüße, anja+

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